Dokumentiert
Stellantis: "Wir lassen uns nicht in angebliche ‚Gewinnerwerke‘ und ‚Verliererwerke‘ spalten"
Die Konzernkoordinierung Stellantis in der Internationalen Automobilarbeiterkoordinierung (IAC) schreibt im aktuellen Internationalen Infobrief Stellantis (Auszüge):
... Die Konzernherren von Stellantis haben bei der Verkündung ihrer „Strategie“ im Mai viel Mühe darauf verwendet, uns Arbeiter in Sicherheit zu wiegen. Für verschiedene Werke wie Cassino, Pomigliano, Melfi, Mulhouse, Rennes, Saragossa, Vigo oder Rüsselsheim werden große Versprechungen gemacht. Aber es gibt keine Sicherheit für uns, überall wird die Arbeit weiter verdichtet und wir lassen uns auch nicht in angebliche „Gewinnerwerke“ und „Verliererwerke“ spalten.
In der Autoindustrie ist die Vernichtungsschlacht in vollem Gange. Immer neue Autokonzerne, besonders aus China und Indien, drängen auf den stagnierenden Weltmarkt und versuchen, andere zu verdrängen. Bei vielen Betrieben wird die Umstellung auf Rüstungsproduktion vorangetrieben. Wie ist das bei euch? Wir Arbeiter sind gegen Kriegswirtschaft, weil wir gegen den imperialistischen Krieg sind. Arbeiter schießen nicht auf Arbeiter! Faschistische Kräfte werden in vielen Ländern gefördert, die Feindbilder aufbauen und unsere Gewerkschaften und Tarifverträge zerschlagen wollen. Sie leugnen die globale Klimakatastrophe, obwohl die Hitze Mensch und Umwelt schädigt, vor allem wenn man in einer Fabrikhalle arbeiten muss.
Volkswagen will 120.000 Arbeitsplätze vernichten und mindestens vier Werke schließen, General Motors plant die Streichung von 74.000 Jobs und bis zu 21 Werken, bei Porsche stehen 9000 Arbeitsplätze infrage, bei BMW 8000, bei Bosch 22.000, bei Continental 3.000, ZF 7.600. Das Stellantis-Motorenwerk Douvrin ist bereits geschlossen, Poissy folgt. Weltweit geht es um Hunderttausende Arbeitsplätze in der Autoindustrie! Dagegen stehen immer mehr Belegschaften auf.
Hier ein kleiner Überblick …
Auch in Belgien und Ungarn gab es Protestaktionen von Automobilarbeitern. In kürzester Zeit sind elf internationale Grußadressen eingegangen, die sich gegen die Entlassungen und gegen die Repression geäußert haben. In Brasilien ist die Solidaritäts-Presseerklärung der MLPD im revolutionären Nachrichtenportal Inverta der PCML Brasilien erschienen. Rückmeldungen kamen aus Indien von SUCIC und SEM, aus Bangladesch von SLF, von den Philippinen von Coni, in Europa aus den Niederlanden vom Rode Morgen und von ATIK, in Lateinamerika aus Brasilien und Argentinien und aus den USA von der MCU, aus Afrika von der Weltkoordinatorin der Weltfrauenkonferenz. Ein wichtiger Schritt, unsere Kämpfe auch international zu koordinieren – nur so kann unser Motto „Kein Kampf darf alleine stehen“ auch verwirklicht werden! ...