Klimakatastrophe

Klimakatastrophe

Merz ist aus dem Urlaub zurück

Bundeskanzler Friedrich Merz ist aus dem Urlaub zurück. Gestern, am ersten Tag nach seinem Urlaub, ließ er sich erstmals im Hürtgenwald blicken, dem Ort des bislang größten Waldbrands in der Geschichte NRWs.

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Merz ist aus dem Urlaub zurück
Das Feuer ist gelöscht, der Kanzler kann kommen.

Dass er sich erst heute hat sehen lassen, dafür hagelt es nicht nur von der bürgerlich-parlamentarischen Opposition Kritik (Die Linkspartei hatte zum Protest aufgerufen). Auch viele Anwohnerinnen und Anwohner (und ein nicht unerheblicher Teil der bundesdeutschen Bevölkerung darüber hinaus) sind empört, dass er sich erst jetzt, nachdem alles vorbei ist, vor Ort blicken lässt. Daran aber, so Merz, sei ja er nicht schuld, während er unter Buh-Rufen und Pfiffen seinen Dank denjenigen gegenüber erklärte, die tatsächlich da waren, als der Wald noch brannte. Der Landrat, mit dem er während des Brandes mehrfach telefoniert haben wollte, sei dagegen gewesen: "Ich habe angeboten, hierher zu kommen, aber sie haben gesagt, kommen sie danach. Und dann habe ich gesagt, so schnell wie möglich komme ich gern", so Merz. Nur, dass der Tag, an dem er dann schließlich kam, rein zufällig der erste Tag nach seinem Urlaub war.

Auftritt: Merz, aufrechter Klimakrieger

Vor den Kameras sprach Merz dann aber noch weiter: "Ich will allen Leugnern des Klimawandels sagen: Schauen Sie sich das genau an, was hier passiert ist. Das ist der Klimawandel. Wir werden alles tun, ⁠um den ⁠Klimawandel zurückzudrängen, aber" - denn es gibt immer ein Aber, wenn Herr Merz ein Versprechen macht - "wir müssen auch mit dem Klimawandel leben." Also eine Drohung nachdem leeren Versprechen angesichts des Umstands, dass die Merz-Regierung auf dem besten Weg ist, das Bisschen, was es an tatsächlichen Fortschritten im Umweltschutz bisher gab, wieder nieder zu reißen.

 

Zwar bräuchte man kein weiteres Beispiel für das, was seine Regierung tatsächlich zur Klimakatastrophe tut, aber sein Terminplan gibt auch dazu Auskunft. Ab Dienstag kommt eine zweitägige Kabinettsklausur auf Schloss Neuhardenberg; man will ja schließlich mit Stil regieren. Es geht vor allen Dingen um das Wachstum der Wirtschaft im Bereich neuer Technologien, denn Deutschland solle auch in "KI"-Zeiten eine führende Wirtschaftsnation sein. Dass der Energiehunger dieser Technologie damit einhergeht, dass mittlerweile auch in Deutschland gleich so geplant wird, dass ein neues Rechenzentrum sein eigenes Gaskraftwerk vor die Türe gestellt bekommt, dürfte die Klimakatastrophe jedenfalls nicht aufhalten.

 

Dafür wurden übrigens Vertreter der Wirtschaft eingeladen; man könnte auch sagen, das Kabinett erweitert. Roland Busch, Vorstandschef von Siemens und Aidan Gomez, CEO von "Cohere", einem kanadischen KI-Unternehmen, das mit der deutschen KI-Firma "Aleph Alpha" fusionieren möchte, sind wohl speziell für diesen Punkt zum direkt mitregieren gekommen. Ansonsten nehmen noch Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Judith Dada, Partnerin beim Risikokapitalgeber Visionaries Club, und Ruth Bosse, Gründerin von Ark Software, die digitale Programme für Kommunen entwickelt, an der Kabinettsklausur teil. Bei so einer illustren Runde wird bestimmt viel für die Klimakatastrophe getan werden - aber wohl kaum etwas gegen sie.