Pro und Kontra KI in der Kultur

Pro und Kontra KI in der Kultur

Generative KI – Ein modernes Werkzeug?

Das neue Pro-Contra Format hat jetzt schon eine größere Diskussion zur Sache der „Generativen Künstlichen Intelligenz“ in der Kultur angestoßen und auch verschiedene Blickwinkel präsentiert.

Von Korrespondenz aus Nürnberg

Grundsätzlich betrifft das Thema “generative Künstliche Intelligenz” jeden in der Gesellschaft, denn es sind gerade eben die Kunstschaffenden, welche durch ihre Kulturinhalte wie Musik, Videos, Literatur und vieles mehr unser Leben bereichern.

 

Der erste Teil beleuchtet die Pro-Seite und argumentiert, dass sie bei der Gestaltung von Liedtexten und Musikprojekten eingesetzt wird, um Formulierungen zu finden, Stilrichtungen auszuprobieren, einen Text auch sprachlich zu verbessern. Die Gen-KI¹ wird als Werkzeug dargestellt.

 

Das ist aber eine Verfälschung dessen, was Gen-KI tatsächlich ist. Sie ist kein Werkzeug, wie ein Hammer, mit dem ich ein Material zurecht schlagen kann, um es in die gewünschte Form zu bringen, wodurch ich etwas bewusst erschaffe. Nein; sie ist eine Software die im Grunde genommen beauftragt wird, etwas anzufertigen, wobei sie jedoch auf die Arbeit anderer Künstler – die in den meisten Fällen gestohlen wurde – zurückgreift und sie auf Grundlage des Prompts des Users versucht, neu zusammenzusetzen. Bei diesem Prozess fehlt jedoch das Bewusstsein: Warum verwende ich diese Farben? Ist die Linienführung korrekt? Ist das Gesamtbild stimmig? Habe ich Fehler irgendwo gemacht? Richtige Werkzeuge wären dahingehend Photoshop und Krita, mit denen viele Künstler ihre Ideen durch eigene Arbeit verwirklichen.

 

Das ist aber auch noch nicht alles: Die Verwendung von Gen-KI¹, um für gewisse Schwächen zu kompensieren, bedeutet auch, diese Schwächen nicht anzugehen, sogar zu festigen, und die eigene Kreativität zu hemmen, indem man sie an eine Software abgibt. Somit werden die Herausforderungen, welche uns Künstler zu dem machen, wer wir sind, einfach umgangen. Der Widerspruch wird nicht durch Selbstveränderung und den gemeinschaftlichen Austausch gelöst, sondern indem man diese Arbeit an einen Automaten abgibt, welcher den Kunstprozess für uns dann bequem übernimmt.

 

Ein weiterer Leserbrief geht so weit und stellt die Entwicklung von Gen-KI auf die Ebene von der Entwicklung des Buchdrucks, von Tonträgern und der Fotografie, verwechselt gleichzeitig aber den künstlerischen Herstellungsprozess des Werkes selbst mit der Vervielfältigung dessen durch Buchdruck, durch Tonträger. Generative KI übernimmt hier die Arbeit hinter einem Werk auf Grundlage der Eingabe des Users und der meist gestohlenen Datensätzen.
Das heißt, dass der User ein Auftraggeber wird, kein Künstler. Ein Kapitalist wird ja auch kein Arbeiter, weil er der Belegschaft einen Auftrag erteilt, oder?

 

Ich persönlich habe den Fehler gemacht und habe mich bei der Entwicklung von Grafiken auf Gen-KI gestützt und somit mich in der Entwicklung meiner eigenen Fähigkeiten eingeschränkt, während ich nebenbei berechtigt kritisiert wurde, bis ich meinen Fehler behoben und mich auf meine eigenen Fähigkeiten verlassen habe.

 

Schlussendlich sollte man hinterfragen, ob Resultate von Gen-KI wirklich als „Kunstwerk“ bezeichnet werden soll, wenn die Arbeit des Menschen, seine Fähigkeiten und sein Wesen nicht oder nur in begrenzten Maße in das Ergebnis einfließen.