Die Antifaschisten müssen näher zusammenrücken!
Gedenkveranstaltung an Ernst Thälmann in der Gedenkstätte Buchenwald
Im Gedenken an den ehemaligen KPD-Vorsitzenden und Arbeiterführer Ernst Thälmann, der durch die Hitler-Faschisten am 18. August 1944 im KZ Buchenwald heimtückisch ermordet wurde, trafen sich wie in jedem Jahr Antifaschistinnen und Antifaschisten aus verschiedenen Organisationen am Ort seiner Ermordung: dem ehemaligen Krematorium der Gedenkstätte des KZ Buchenwald.
Traditioneller Organisator ist die Thüringer VVN-BdA¹. Hauptredner war in diesem Jahr der Landesvorsitzende Philipp Weltzien. Er würdigte Ernst Thälmanns konsequenten Kampf gegen Faschismus, Militarismus und Krieg und dass er sich trotz Folter durch die Faschisten nie brechen ließ. Er zog die Parallele zu heute: dass die Antifaschistinnen und Antifaschisten angesichts der stärker werdenden Faschisten näher zusammenrücken müssen.
Die MLPD und der Jugendverband REBELL beteiligten sich wie in jedem Jahr an der Gedenkveranstaltung und legten zu Ehren Ernst Thälmanns Blumen nieder. Auch aufgrund des sehr schlechten Wetters war die Beteiligung leider etwas geringer als in den letzten Jahren. Ein Grund ist aber auch, dass die Rolle Ernst Thälmanns bei den Gedenkveranstaltungen immer mehr auf seinen Kampf gegen Faschismus und Krieg reduziert wird und das Wesen seines Wirkens tendenziell an den Rand gedrängt wird.
Ernst Thälmann war vor allem eins: Vorsitzender der Kommunistischen Partei Deutschlands, Freund der sozialistischen Sowjetunion und unermüdlicher Kämpfer für den Sozialismus. 70 Jahre nach dem KPD-Verbot ist es ein Problem für die Herrschenden, dass gerade jetzt in einer vorrevolutionären Phase, die von einer Ausbeutungsoffensive durch die Herrschenden und von immer größerem Unmut unter den Massen geprägt ist, der Gedanke des Sozialismus unter den Massen immer populärer wird. Umso wichtiger ist, dass solche Gedenktage für den Kampf gegen den Antikommunismus und die Diskussion über die sozialistische Alternative genutzt werden.
In Einzelgesprächen nach der Gedenkveranstaltung war man sich einig, dass das Gedenken an Ernst Thälmann wieder größer organisiert werden muss, dazu verschiedene Organisationen enger zusammenarbeiten müssen und man eventuell vorhandene gegenseitige Vorbehalte überwinden muss.