Dresden: Trauer um Christoph Ellinghaus
Die antifaschistische Bewegung verliert einen aufrechten Mitstreiter
Die IG Metall Mitte gab diese Woche bekannt, dass Christoph Ellinghaus, ihr Erster Bevollmächtigter in Jena, Saalfeld und Gera im Alter von nur 56 Jahren verstorben ist.
Ich kannte Christoph aus den Jahren um 2010 herum. In Dresden bereitete ein breites Bündnis unter dem Namen "Dresden nazifrei" antifaschistische Blockaden vor. Christoph war eines der bekanntesten Gesichter dieser Bewegung ohne Vorbehalte und Abgrenzungen. So war auch die MLPD unumstrittener Bestandteil dieses kämpferischen Bündnisses. In Dresden selbst stießen wir bis in die Gewerkschaften auf Misstrauen und Ablehnung. Und so war das Thüringer "Dreigestirn" um Christoph Ellinghaus, dem damaligen Oberbürgermeister von Jena, Albrecht Schröter, und dem Jenaer Jugendpfarrer Lothar König ein äußerst erfrischender und integrierender Teil des Bündnisses.
Am 13. Februar 2010 konnte in Dresden ein Neonazi-Aufmarsch, zu dem europaweit etwa 6500 Neofaschisten angereist waren, erfolgreich verhindert werden. 22 000 gegendemonstranten, von denen 12 000 in einer breiten Aktionseinheit Blockaden organisierten, setzten sich auch gegen die antikommunistische Kampagne und die Provokationen des Staatsapparats und gegen die offene Unterdrückung der Antifaschisten durch. Das wurde sogar würdigend im Buch "Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution" (RW 34) erwähnt.
Die IG Metall würdigt Christoph Ellinghaus neben seinen vielen gewerkschaftlichen Aktivitäten auch als antifaschistischen Kämpfer: "Zu seinem Vermächtnis gehört ein antifaschistisches 'Nie wieder!" Dem schließe ich mich mit ganzem Herzen an.