Erdbebenkatastrophe in Kolumbien

Erdbebenkatastrophe in Kolumbien

Uneigennützige Solidarität und Missbrauch von Hilfe

Am 10. August erschütterte das stärkste Erdbeben der letzten 50 Jahre mit einer Stärke von 7,4 auf der Richterskala Kolumbien. Bisher gibt es fast 300 Tote, mehrere Tausend Verletzte und immer noch wird nach Vermissten gegraben. Es traf vor allem die Pazifik-Region Chocó, deren Hauptstadt Quibdó ganz zerstört wurde, die Kaffeeanbaugebiete um Pereira und auch die Großstadt Cali wurden stark getroffen. 2000 Schulen sind zerstört und 200 Krankenhäuser und Gesundheitszentren.

Von dm
Uneigennützige Solidarität und Missbrauch von Hilfe
Straße im Zentrum von Quibdó. Wie diese Häuser nach dem Erdbeben aussehen, will man sich lieber nicht vorstellen … (foto:  Wittea (CC BY-SA 4.0))

Wir sprachen mit Freunden und Genossen von der Einheitsfrontorganisation MODEP und der ICOR-Partei PCC-M und drückten das Mitgefühl und die Solidarität der MLPD aus. Zum Glück haben sie keine Toten, nur einige Leichtverletzte und materielle Verluste. Sie berichten, dass die Solidarität unter den Menschen überwältigend ist. Große Empörung gibt es jedoch, weil die neue Regierung unter dem faschistischen Präsidenten De la Espriella nicht alle mögliche Hilfe zur Verfügung stellt.


So wurden nur bei den rechten und faschistischen Regierungen der USA, von Ecuador, El Salvador und Israel Hilfskräfte angefordert. In Mexiko standen Spezialeinsatzkräfte, die "Topos" abflugbereit, erhielten aber keine Einreisegenehmigung. Im Gegensatz dazu bekamen die USA durch den Trump-Freund De la Espriella die Genehmigung, Militär ins Land zu schicken. Ein durchsichtiges Manöver zugunsten des US-Imperialismus unter dem Deckmantel der Hilfe.


Wenige Tage zuvor hatte DeLa Espriella US-Militäroperationen in Kolumbien wieder genehmigt, was nach der Verfassung nur mit Zustimmung des Senats (Parlament) zulässig wäre.


Unwiegennützige Solidarität wird von der Bevölkerung nicht nur vor Ort organisiert, sondern aus dem ganzen Land. Zum Beispiel Hilfseinsätze von Gewerkschaften und anderen Organisationen. Viele Orte, vor allem kleine Dörfer in Chocó, sind bis heute abgeschnitten. Freiwillige Helfer und viele Lehrer, die zurzeit schulfrei haben, schlagen sich dorthin durch, um zu helfen. Die Genossen und die Freundinnen und Freunde der MODEP unterstützen diese Einsätze und organisieren Brigaden, um Essen, Kleidung und Medizin zu den Hilfsbedürftigen zu bringen und sie vor Ort zu unterstützen.