Mondpreise der deutschen Autokonzerne
Prototypenpreise werden bewusst beibehalten
Die deutschen Autokonzerne halten die Preise für Elektroautos künstlich hoch. Was anfangs als „Prototypenpreis“ wegen geringer Stückzahlen und teurer Batterien galt, wurde auch nach starken Kostensenkungen lange beibehalten.
Eine Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT, internationaler Rat für sauberen Verkehr) und des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) vom Juli 2026 zeigt für Deutschland: Zwischen 2020 und 2025 sanken die Batteriekosten real um 35–37 Prozent. Vergleichbare E-Auto-Modelle wurden real 18 Prozent günstiger. Der Median-Listenpreis aller angebotenen E-Autos stieg jedoch von rund 37.000 bis 38.000 Euro auf 53.000 bis 54.000 Euro.
Die Konzerne gaben die Einsparungen nur teilweise weiter. Stattdessen bauten sie größere Batterien ein, erhöhten Reichweite und Leistung und verschoben das Angebot massiv in die teure Mittel- und Oberklasse (73 Prozent der Modelle 2025). Patrick Plötz vom Fraunhofer-Institut umschreibt es diplomatisch: „Die deutlich gesunkenen Batteriekosten sind noch nicht vollständig in günstigeren Listenpreisen angekommen.“
Diese Monopolpreispolitik gerät jedoch in die Krise. Chinesische Konzerne stehen vor einem schrumpfenden Inlandsmarkt und drängen subventioniert massiv ins Ausland. Mit deutlich günstigeren Modellen setzen sie die deutschen Hersteller unter Druck und drohen, deren künstlich hohe Preissetzung zu durchbrechen.
Und jetzt jammern die deutschen Konzerne, sie wären bald pleite. Dabei sinken nur ihre Gewinne: Im ersten Halbjahr 2026 machte Volkswagen noch 5,9 Milliarden Euro operativen Gewinn, BMW 2,9 Milliarden Euro Nettogewinn und Mercedes-Benz rund 2,5 Milliarden Euro. Das nennt man Jammern auf hohem Niveau.