Win-Win-Situation für wen?

Win-Win-Situation für wen?

Partnerschaft Bosch mit Rüstungskonzern Hensoldt

„Der anhaltende Boom in der Rüstungsbranche verschafft der Region Stuttgart Hunderte neue Arbeitsplätze – wovon vor allem Bosch-Beschäftigte profitieren sollen.“ So verkauft die Stuttgarter Zeitung vom 5. April eine Kooperationsvereinbarung von Bosch mit dem Rüstungskonzern Hensoldt.

Von wb
Partnerschaft Bosch mit Rüstungskonzern Hensoldt
Über 10.000 Boschler protestierten im März 2024 auf dem Platz vor der Konzernzentrale in Stuttgart (rf-foto)

Dieser will auf dem Gelände von Bosch Power Tools in Leinfelden (bei Stuttgart), wo 2025 der Vorstand gegen den Widerstand der Belegschaft die Verlagerung der Produktion nach Ungarn durchgezogen hat, ein Kompetenzzentrum für softwaredefinierte Wehrtechnik mit rund 300 Stellen aufbauen.


Bosch wiederum sieht die Chance, die auf der Abschussliste stehenden Ingenieure und IT- und Software-Spezialisten an Hensoldt zu vermitteln, das solche Fachkräfte sucht. Der bisherige Bosch-Chef Stefan Hartung förderte diesen Deal natürlich nur aus Verantwortung für seine lieben Mitarbeiter, als er sagte: „Wo wir umstrukturieren müssen, unterstützen wir Mitarbeiter, die sich für den Wechsel in diese Branche interessieren.“ Allerdings war bisher das Interesse der Ingenieure bei von Bosch organisierten Kontaktbörsen mit anderen Rüstungsunternehmen recht überschaubar.


Denn die meisten haben nicht studiert und Berufserfahrungen gesammelt, um ihr Wissen und ihre Fähigkeiten für die Kriegsführung einzusetzen. Da aber alle Konzerne in der Auto- und Zulieferindustrie massenhaft Arbeitsplätze vernichten und auch der Maschinenbau betroffen ist, wächst der Druck auf diese Kolleginnen und Kollegen, schweren Herzens doch in die Rüstungsindustrie zu wechseln.


Bosch profitiert beim Einzug von Hensoldt auf dem Bosch-Gelände nicht nur durch die Beseitigung des Leerstandes, sondern auch von geringeren Abfindungen, die bei einem Wechsel von Boschlern anfallen würden.


Also eine Win-win-Situation für Bosch und Hensoldt, nicht jedoch für die Beschäftigten. Diese können nur im Kampf um jeden Arbeitsplatz und die Umstellung auf für den Umweltschutz benötigte Produkte und im Kampf gegen die Rüstungsproduktion gewinnen!