Kamerun

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Gedenken an ein französisches Massaker an Freiheitskämpfern 1956

Am Freitag, 7. August, veranstalteten Genossinnen und Genossen aus Deutschland und Kamerun für die ICOR gemeinsam eine Gedenkveranstaltung in Edéa in Kamerun. Am dortigen Monument wird 200 Kämpfern der UPC gedacht, die am 31. Dezember 1956 grausam von französischen Soldaten ermordet worden sind.

Von lg
Gedenken an ein französisches Massaker an Freiheitskämpfern 1956
Gedenken am Monument (foto: privat)

Batta Ba Bayemi berichtete, was geschehen war: 1955 hatten die französischen Kolonialherren die um Freiheit kämpfende UPC verboten und seither mit einer brutalen Verfolgung und Terrorisierung begonnen. Drei Vorsitzende hintereinander wurden umgebracht. In einem Versteck im Wald fand ein Geheimtreffen statt, um die Gründung einer Miliz zu beraten. Die Teilnehmer waren sämtlich unbewaffnet. Doch einer von ihnen war ein Verräter und berichtete den Kolonialherren vorher von dem Treffen.


Benoît Bassemel, 76 Jahre alt, früher Arbeiter in einer Papierfabrik und langjähriger Kämpfer, berichtete uns tief bewegt: "Auch mein Vater wurde am 31. Dezember 1956 hier ermordet. Zunächst kamen die französischen Soldaten, haben alle 200 Menschen im Versammlungsort eingesperrt und dann einzeln herausgeholt.


Unsere Vorkämpfer riefen noch alle gemeinsam dreimal: 'Kamerun baning! Für ein freies Kamerun!' Jeder UPC-Kämpfer wurde von drei französischen Soldaten gequält: Der eine nahm sich die Folterung der Beine vor, der andere den Bauch und der dritte die Folterung des Kopfes, bis sie ihn abschlugen.


Mein Vater war allerdings noch am Leben und lag unter dem Leichenberg. Eine Stunde später hörte er die Sprache seiner Brüder, Bassa, und rief um Hilfe. Doch es waren kamerunische Milizen, die mit Frankreich kollaborierten. Sie nahmen eine Machete und zerteilten seinen Körper. Noch währenddessen redete er auf sie ein: 'Was tut ihr? Was werft ihr mir vor? Ich kämpfe für ein freies Kamerun!' Doch sie machten weiter, bis er starb."


Soviel zur angeblichen Zivilisation, die Frankreich in Afrika betrieben haben will!

 

Aus Deutschland hielten Monika Gärtner-Engel und Lisa Gärtner eine Rede, die hier gelesen werden kann. Unter anderem heißt es darin: "Als ICOR und Marxisten-Leninisten aus Deutschland und aus Europa wollen wir heute den 200 hier ermordeten UPC-Kämpfern unsere Ehre erweisen. Wir gedenken aller Menschen, die vom Kolonialsystem und Neokolonialismus ermordet wurden, weil sie für Freiheit, echte Unabhängigkeit, soziale Gleichheit und Sozialismus gekämpft haben. ...


Wir sind im Gegensatz dazu stolz, in der Tradition der Komintern und der deutschen Arbeiterbewegung zu stehen.

 

Die kommunistische Internationale hatte zur Bedingung für Parteien aus den Metropolen, dass sie nur Mitglied werden können, wenn sie die 'Freiheitsbewegung in den Kolonien nicht nur mit Worten, sondern durch Taten  unterstützen, die Verjagung ihrer eigenen Imperialisten aus diesen Kolonien  fordern, in den Herzen der Arbeiter ihres Landes wirklich brüderliche Gefühle für die werktätige Bevölkerung der Kolonien und der unterdrückten Nationen  wecken'. ...


Der Wunsch nach Befreiung von Ausbeutung und Unterdrückung, nach Frieden und einem gleichberechtigten Zusammenleben der Völker, für den Wunsch, für den die hier begrabenen Führer der UPC gekämpft haben, trägt bis heute. Der Kampf, den sie begonnen haben, ist Vorbild und Auftrag für uns heute. Wir versprechen, ihre Geschichte in Europa bekannt zu machen, die Jugend Europas und die Kinder Afrikas in Europa darüber aufzuklären und ihren Heldenmut zum Vorbild zu nehmen."

 

Auch der Gewerkschafter der Bergarbeiter Kongos, Eugene, hielt eine kurze Rede des solidarischen Gedenkens. Mehrsprachig wurde anschließend die Internationale gesungen.

 

Am Schluss verabschiedeten wir uns herzlich verbunden von Camerade Benoît und er gab uns mit auf den Weg: "Bitte sorgt dafür, dass eine gute Ideologie den Weg für Afrikas Freiheit weist. Mein Vater ist nicht umsonst gestorben. Wir werden siegen. Ich werde es vielleicht nicht erleben, aber ich kämpfe nicht für mich, ich kämpfe für ein befreites Kamerun. Es ist immer noch nicht frei. Wir werden siegen!"

 

Eine für alle Teilnehmer sehr bewegende und eindrückliche Veranstaltung.