Solingen

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In der Fußgängerzone: Die Lehre von der Denkweise als Waffe gegen den Skeptizismus

Einkaufen in der Fußgängerzone – ich treffe ein älteres Ehepaar. Beide waren vor Jahrzehnten in der DKP, lange Jahre verbittert und politisch passiv. Nach ausgetauschten Einkaufstipps wird es schnell politisch. Sie: "Die Lage ist ja dramatisch, man muss unbedingt wieder was tun …"

Von cg

Schnell sind wir uns einig: Die Ursache ist der Kapitalismus. Eine große Masse wendet sich von ihm und seinen Institutionen ab. Sie suchen nach Alternativen. Zu viele fallen noch auf den Betrug der angeblichen „Alternative für Deutschland“ rein. Den Kampf dagegen gemeinsam verstärken, darin sind wir uns einig. Aber das reicht nicht. Sie: "In welcher Partei bist du nochmal?" Er: "In der MLPD, das weißt du doch. Und das ist auch gut so." Ich: "Wir dürfen nicht nur eine Abwehrschlacht führen. Die Menschen brauchen eine positive Alternative. Und das kann nur der Sozialismus sein (skeptische Zustimmung). Aber um die Menschen dafür zu gewinnen, müssen wir auch die Ursachen für die Niederlage des Sozialismus in der DDR, der Sowjetunion oder in China aufarbeiten (fragende Blicke). Dort hatte sich unter den führenden Funktionären eine kleinbürgerliche Denkweise durchgesetzt und den Sozialismus von innen zerstört. Auch diese Erfahrungen haben wir zur Lehre von der Denkweise verallgemeinert. Dazu werden wir bald ein neues Buch veröffentlichen. Es untersucht vorbehaltlos die Fehler im sozialistischen Aufbau und zieht Schlussfolgerungen, wie ein neuer Anlauf um den Sozialismus nur auf Grundlage der Lehre von der Denkweise erfolgreich sein kann."


Sie horchen auf, sind interessiert. Aber leider habe ich keinen Bestellzettel dabei, um das Gespräch zu einem verbindlichen Ergebnis zu führen. Aber ich habe ihre Adresse…


Auf dem Heimweg sehe ich die Nachbarin auf ihrem Balkon sitzen. "Magst du zu einer Weißweinschorle reinkommen?“, fragt sie mich. "Gerne." Sie berichtet von ihren Erfahrungen als Aktivistin in der Wohnungsbaugenossenschaft: "Immer öfter wird man dort bei Reklamationen oder Wünschen von den zuständigen Leuten an andere Stellen verwiesen, das Anliegen kleingeredet usw., statt dass die Leute einen ernst nehmen oder mal vorbeikommen, um sich die Probleme anzuschauen. Vetternwirtschaft und Klüngel statt genossenschaftlicher Haltung…"

 

Mir geht durch den Kopf: Auch diese Erfahrungen sind sicher ein Grund, warum sie den Weg der MLPD und den Sozialismus für illusionär hält. Daher meine Antwort: "Was du hier von der Wohnungsbaugenossenschaft schilderst, ist Ausdruck einer kleinbürgerlichen Denkweise, die sich verfestigt hat. Daran sind auch die ehemals sozialistischen Länder kaputtgegangen. Aber daraus muss man Lehren ziehen, wie die Denkweise verändert werden kann: im Sozialismus, aber auch in der Genossenschaft." Und dann berichtete ich von unserem neuen Buch. Ihr Skeptizismus ist noch zu ausgeprägt, um sie zu überzeugen. Aber ich werde mit dem Buch dranbleiben …


Hier kann das neue Buch von Stefan Engel, Gabi Fechtner und Monika Gärtner-Engel, "Die Lehre von der Denkweise" vorbestellt werden