Verheerende Waldbrände in der Gironde

Verheerende Waldbrände in der Gironde

Hatte die Rettung des Eigentums von Reichen in Cap Ferret Vorrang?

Die verheerenden Waldbrände in der Gironde in Südfrankreich sind inzwischen unter Kontrolle, aber es entbrennen neue Auseinandersetzungen.

Urlaubskorrespondenz
Hatte die Rettung des Eigentums von Reichen in Cap Ferret Vorrang?
(foto: CC0 Public Domain)

So in einer kleinen Gemeinde mit 3400 Einwonhnern, Le Porge,  in der 183 von 240 Häusern verwüstet wurden. Viele Einwohner sind der Meinung, dass die Löscharbeiten zugunsten von Cap Ferret abgebrochen wurden, das mit seinen Luxusvillen Vorzeigeadresse ist.

 

Freunden aus Frankreich zufolge sind einige Feuerwehrleute in der Nacht auf den 25. Juli dort geblieben entgegen der Anweisung, abzuziehen. Eine Klassenentscheidung? Eine Einwohnerin bringt es auf den Punkt: „Wir sind auf dem Altar von Cap Ferret geopfert worden."

 

Der Chef der Feuerwehr und die Präfektin des Gebiets bestreiten jetzt energisch, die Rettung des Eigentums von Betuchten in Cap Ferret hätte Vorrang gehabt. Es sei immer um die Rettung von Menschen vorrangig gegangen. Fragen werden laut, ob das Dorf überhaupt zu retten war.

 

Es ist zweifellos dem unglaublichen Einsatz der Feuerwehrkräfte zu verdanken, dass kein Einwohner verstorben ist, während bei anderen Bränden in Frankreich vier Feuerwehrleute ihr Leben verloren und viele verletzt sind. Diese Auseinandersetzung hält ganz Frankreich in Atem, der Innenminister will zu den Vorwürfen und Fragen Stellung nehmen, die ein Kollektiv von über 500 Einwohnern aus Le Porge erhebt. Sie erheben Klage. Ludivine Aurignac aus Le Porge: „ Unser Ziel ist einfach: Konkrete Antworten zu erhalten, die Ereignisse aufzuklären und die erlittenen Schäden zu ersetzen."