Pressemitteilung der Föderation Klassenkämpferischer Organisationen (FKO) [Auszüge]

Pressemitteilung der Föderation Klassenkämpferischer Organisationen (FKO) [Auszüge]

Deutsche Aktivistin in türkischer Haft gefoltert und vergewaltigt

Im Zuge einer Delegation im Januar nach Nordkurdistan (kurdische Gebiete im Osten der Türkei, Bakur) berichten mehrere deutsche Aktivistinnen von schweren Misshandlungen durch türkische Behörden.

Eine Aktivistin berichtet zudem von einer Vergewaltigung während ihrer Inhaftierung in Abschiebehaft im internationalen Flughafen in Istanbul (IGA Istanbul Airport). Für die kommenden Tage rufen Aktivist:innen zu Solidaritätsaktionen in zahlreichen Städten unter dem Motto „Eure Gewalt bricht uns nicht – unsere Körper, unser Kampf“ auf.

 

... Die Delegation besuchte an mehreren Tagen demokratische Initiativen, Vereine und Parteien in Diyarbakır (Amed kurd.), Nusaybin (Nisêbîn kurd.) und Mardin (Mêrdîn kurd.). Am 5. Tag der Delegationsreise, die auf die Einladung der DEM-Partei stattgefunden hat, wurde die Delegation auf dem Weg zu einer Pressekonferenz in Mêrdîn (tr. Mardin) von der türkischen Militärpolizei und der Abschiebebehörde angehalten und festgenommen. Sie wurden von der Polizeiwache in Mardin (Mêrdîn kurd.) in das Abschiebezentrum im internationalen Flughafen Istanbul gebracht.

 

Sie berichten von körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt während ihrer Inhaftierung: „Wir durften weder die Augen schließen, noch schlafen oder uns anlehnen oder sitzen. Sie traten und schlugen auf uns ein, teilweise bis zur Bewusstlosigkeit. Wir wurden beleidigt und bespuckt, geflochtene Haare wurden im Schritt der Polizisten gerieben oder ausgerissen. Wir wurden gezwungen, Videos von misshandelten Kämpfer:innen anzuschauen. Auch unsere eigenen Videos der letzten Tage wurden gezeigt und es wurde gesagt, die Personen darin würden nie wieder aus der türkischen Haft herauskommen“, berichtet Paula Maier, eine Teilnehmerin der Delegation. „In der Zeit auf der Einzelzelle wurde ich von einem türkischen Beamten vergewaltigt“, ergänzt Maier in ihrem Bericht über die erlebte Folter und sexualisierte Gewalt. ....


Aktivist:innen der Organisation Föderation Klassenkämpferischer Organisationen (FKO) sehen in diesem Vorgehen einen Angriff auf die demokratischen und frauenpolitischen Errungenschaften der Region: „Was im Januar in Rojava passiert ist, war der Versuch, die Errungenschaften der Revolution zu zerstören und die kurdische Befreiungsbewegung zu vernichten. Es ging um nichts weniger als um die Existenz und das Überleben dieses revolutionären Projekts“, erklärt Paula Maier.

 

Hier geht es zur kompletten Erklärung und einem Video, in dem Paula Maier selber von ihren Erfahrungen berichtet

 

Die MLPD und ihr Jugendverband REBELL erklären ihre Solidarität mit den Betroffenen und protestieren entschieden gegen diesen Staatsterror.