Griechenland / Solidarität
Der „Palästina-Tag in Griechenland“ wurde mit großem Erfolg abgeschlossen!
Vom Palästina-Tag in Griechenland berichtet Iordanis Georgiou von der Solidaritäts- und Hilfsorganisation Solidarität International:
Die Aktionen am gestrigen Tag haben eine klare Botschaft gesendet: Das palästinensische Volk ist nicht allein! Touristinnen und Touristen sowie Einwohnerinnen und Einwohner aus allen Teilen Griechenlands beteiligten sich an insgesamt 106 Orten im ganzen Land an Kundgebungen und Solidaritätsaktionen für das palästinensische Volk.
Den Auftakt zur Mobilisierung gab „March to Gaza Greece“. Im Laufe der Zeit schlossen sich zahlreiche Organisationen, Gewerkschaften, Parteien und Jugendorganisationen an. Tausende Menschen von Alexandroupoli bis Gavdos und von Karpathos bis Korfu beteiligten sich an den Protestaktionen. In Städten, auf Inseln, in Dörfern und selbst in abgelegenen Bergregionen brachten sie ihre Solidarität mit Palästina sowie ihre Ablehnung des Krieges und des Völkermords durch die israelische Armee zum Ausdruck.
Neu war dabei, dass sich die Proteste nicht auf die großen Kundgebungen in den städtischen Zentren Athen und Thessaloniki beschränkten. Ich erlebe es zum ersten Mal, dass in der griechischen Provinz auf einem so großen geografischen Gebiet Menschen auf die Straße gehen. Kleine und größere Provinzstädte, Inseln und abgelegene Regionen wurden für einen Tag zu Orten des Protests und der Solidarität mit dem palästinensischen Volk. Die Mobilisierung war so groß, dass das israelische Außenministerium die sich in Griechenland aufhaltenden Israelis angesichts der Demonstrationen warnte, sich „zurückzuhalten“ und Verhaltensweisen zu vermeiden, durch die ihre Identität erkennbar werden könnte. Das allein sagt schon viel über das Ausmaß und die Tragweite dieses Tages aus.
In Thessaloniki war der Kundgebungsplatz voll. Besonders beeindruckend war für mich die Beteiligung von Arbeiterinnen und Arbeitern und ihren Gewerkschaften. Auch viele Jugendliche waren dabei, unter anderem mit Fahnen Palästinas, Kubas und Venezuelas. In den Diskussionen zeigten sie großes Interesse an unserer Organisation „Palästina muss leben!“. Es gab große Offenheit für einen antiimperialistischen Zusammenschluss und für den Sozialismus. Unsere SI-Fahne war wieder einmal ein besonderer Anziehungspunkt. Auch durch die Straßen Athens zog ein massiver und kämpferischer Demonstrationszug. Freunde berichteten, dass sich in Monastiraki mehr als tausend, vor allem junge Menschen versammelten und anschließend durch die Straßen der Hauptstadt marschierten. SBML meldete außerdem, dass auf der Insel drei Solidaritätskundgebungen für das palästinensische Volk und gegen diesen barbarischen Krieg stattfanden, der von der faschistischen israelischen Armee geführt wird.
Dieser Völkermord ist nur möglich durch die Unterstützung der EU, der USA und auch der deutschen Regierung.
Am Abend wollte ich den Tag in meiner Geburtsstadt ausklingen lassen, einer kleinen Provinzstadt, in der jeder jeden kennt. Am Platz der kleinen Wasserfälle saßen mehrere Hundert Menschen in Cafés, Bars und Restaurants. Plötzlich kamen etwa zehn junge Frauen und Männer auf den Platz. Sie stellten sich mit mehreren palästinensischen Fahnen mitten ins Zentrum und riefen laut „Freiheit für Palästina!“, „Palästina ist nicht allein!“ und „Stoppt den Völkermord in Gaza!“. Anschließend sangen sie in sehr kurzer Form das Lied „Bella Ciao“.
Viele Menschen standen auf und applaudierten. Nicht wenige wiederholten die Parole „Freiheit für Palästina!“ und riefen den Jugendlichen zu: „Wir sind stolz auf euch!“ So schnell, wie sie gekommen waren, waren sie auch wieder verschwunden.
Es war wirklich ein schöner und kämpferischer Tag.
Auf den Kundgebungen und Demonstrationen wurden unter anderem folgende Forderungen und Parolen erhoben:
- „Palästina, du bist nicht allein!“
- „Freiheit für Palästina!“
- „Stoppt den Völkermord in Gaza!“
- „Sofortiger Stopp der Militäroperationen!“
- „Keine Angriffe auf Zivilisten!“
- „Sofortiger Stopp der gezielten Jagd auf Jugendliche und Kinder!“
- „In 300 Tagen Waffenstillstand wurden 300 Kinder und Jugendliche ermordet – jeden Tag eines.“
- „Keine militärische, wirtschaftliche und diplomatische Zusammenarbeit mit Israel!“„Solidarität ist kein Verbrechen – sie ist Pflicht!“