Antikommunismus

Antikommunismus

65 Jahre Mauerbau

Am 13. August 1961 begann der Bau der Berliner Mauer. 65 Jahre später wird mit zahlreichen offiziellen Veranstaltungen an dieses Datum erinnert. An der Bernauer Straße findet die zentrale Gedenkveranstaltung von Bund und Land Berlin statt, am Brandenburger Tor wurde eine 30 Meter lange Installation aufgebaut, begleitet von einer Ausstellung zur deutschen Teilung.

Von ffz
65 Jahre Mauerbau
Ein Höhepunkt an revisionistischer Unverfrorenheit: Die SED-Führung unter Erich Honecker feiert den Bau der Berliner Mauer, die das manifestierte Schandmal des eigenen Verrats am Sozialismus darstellte, 1986 als "antifaschistischer Schutzwall" und lässt eine Parade von Kampfgruppen defilieren. (foto: Bundesarchiv, Bild 183-1986-0813-460 / CC-BY-SA 3.0)

Zum Jahrestag stehen scheinbar zwei gegensätzliche Versionen gegenüber. Die einen behaupten: Die DDR war Sozialismus – und deshalb beweist die Mauer, dass Sozialismus in Unterdrückung endet. Revisionisten behaupten dagegen: Die DDR war Sozialismus – und deshalb war die Mauer ein notwendiger „antifaschistischer Schutzwall“.


Natürlich gab es reale revanchistische Bestrebungen des westdeutschen Imperialismus, Abwerbung von Fachkräften und wirtschaftlichen Druck auf die DDR. Das rechtfertigt aber weder eine Mauer noch den Schießbefehl. Eine sozialistische Gesellschaft muss die Massen überzeugen und ihre bewusste Initiative entfalten. Eine Gesellschaft, die ihre Bevölkerung am Verlassen des Landes mit Mauern und Waffen hindern muss, offenbart damit gerade ihre eigene politische Krise.


Der Bau der Mauer war deshalb kein „antifaschistischer Schutzwall“, wie ihn revisionistische Kräfte bis heute verklären. Er war sichtbarer Ausdruck der Unfähigkeit der bürokratisch-kapitalistischen Führung, ihre wachsenden inneren Widersprüche auf sozialistische Weise zu lösen.
Die marxistisch-leninistische Schlussfolgerung lautet anders: Die Mauer entstand gerade nach dem Verrat am Sozialismus und der Restauration des Kapitalismus. Die Unterdrückung der Massen in der späteren DDR ist deshalb kein Beweis gegen den Sozialismus, sondern eine Mahnung, wie entscheidend der Kampf gegen Bürokratismus, Revisionismus und die Herausbildung einer neuen Bourgeoisie im Sozialismus ist.

Spaltung Deutschlands


Der Bau der Mauer war auch nicht der Ausgangspunkt der Spaltung Deutschlands. Es waren die westlichen Imperialisten – allen voran die USA und Großbritannien –, die die Spaltung Deutschlands wollten und das Angebot der sozialistischen Sowjetunion unter Führung Josef Stalins, Deutschland wiederzuvereinigen, ablehnten, provozierten und schließlich auch durchführten. (Mehr dazu hier)


Als Antwort auf die Spaltung Deutschlands durch die Westmächte wurde am 7. Oktober 1949 die DDR gegründet, die hoffnungsvolle Schritte im Aufbau einer antifaschistisch-demokratischen Ordnung auf dem Weg zum Sozialismus ging. Allerdings war die Bürokratisierung in der SED schon in den ersten Jahren relativ ausgeprägt. Im Gefolge der Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion nach dem XX. Parteitag der KPdSU im Februar 1956 wurde in der DDR von der kleinbürgerlichen Bürokratie in Partei, Staat, Wirtschaft und den bewaffneten Organen ein bürokratisch-kapitalistisches System errichtet. Sie gaben auch den Kampf um die Einheit Deutschlands auf.


In ihrem Programm kommt die MLPD zu dem Ergebnis:


„Mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 verabschiedete sich die revisionistische Führung der SED vom Kampf um ein vereinigtes sozialistisches Deutschland.“

Mit Millionen gegen den „Kommunismus“

Um geschichtliche Wahrheit geht es den Herrschenden aber nicht. Die Bundesbeauftragte für die Opfer der SED-Diktatur, Evelyn Zupke, drängt auf eine weitere Stärkung reaktionärer Gedenkstätten. Gleichzeitig fördert der Bund reaktionäre DDR-Forschung mit zwölf Millionen Euro. Für ein „Mahnmal für die Opfer des Kommunismus“ hat der Bundestag im Haushalt 2026 bereits Geld bereitgestellt; der Gestaltungswettbewerb läuft.


Wie unverblümt das geschieht, zeigt Dieter Dombrowski, Vorsitzender der Union der „Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft“. Zum Jahrestag beklagte er eine angebliche „schleichende“ Legitimierung des Sozialismus und behauptete, dieser habe den Menschen „überall auf der Welt nur Unglück gebracht“.


Der Sozialismus hatte einmal ein Drittel der Menschheit von Ausbeutung und Unterdrückung befreit. Der Kapitalismus beschert uns heute hunderte Millionen Hungernde, faschistische Gefahr, eine Umweltkatastrophe und eine wachsende Weltkriegsgefahr. Diese „Opfer des Kapitalismus“ sollen mit antikommunistischer Hetze verdeckt werden.


Es wird auch gar nicht unterschieden, ob die „Opfer“ Faschisten und Reaktionäre waren oder ob es um von der Stasi-Diktatur unter Missbrauch des Namens Sozialismus unterdrückte Massen oder gar Revolutionäre ging.

Klarheit statt Antikommunismus


Der 65. Jahrestag des Mauerbaus sollte deshalb Anlass sein, diese Auseinandersetzung offensiv zu führen. Willi Dickhut untersuchte die Ursachen der revisionistischen Entartung bereits Anfang der 1970er-Jahre grundlegend in „Die Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion“. Auch sein Buch „Sozialismus am Ende?“ und die Schrift der MLPD „DDR aktuell – Wie der Sozialismus verraten wurde“ setzen sich mit den Schlussfolgerungen aus dieser Entwicklung auseinander.


Hochaktuell ist diese Frage auch im Kampf um die Denkweise. Im September erscheint mit dem REVOLUTIONÄREN WEG 40 das neue Buch „Die Lehre von der Denkweise“ von Stefan Engel, Gabi Fechtner und Monika Gärtner-Engel. Es arbeitet die Lehre von der Denkweise allseitig aus und behandelt ihre Bedeutung für Klassenkampf, Parteiaufbau und den künftigen Aufbau des Sozialismus.


Ein eigener Abschnitt ist den Ereignissen rund um den 17. Juni in der DDR gewidmet.

 

Hier gibt es das Standardwerk zum Thema: "Die Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion“ von Willi Dickhut

 

Hier kann das Buch "Sozialismus am Ende?“ von Willi Dickhut gekauft werden"

 

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Hier geht es zum Programm der MLPD, das sich intensiv mit der Thematik beschäftigt

 

Hier kann das kommende Buch von Stefan Engel, Gabi Fechtner und Monika Gärtner-Engel, "Die Lehre von der Denkweise" vorbestellt werden