Saarbrücken

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„Und wenn sie ihren Arbeitskampf bis Weihnachten fortsetzen…

… würde das nicht zum Erfolg führen“ droht die Saarbahn GmbH, zu 100 Prozent im Besitz der Saarbrücker Stadtwerke, den Lockführern der Saarbahn. (sr.de, 24.7.26) Die Lockführer haben bisher 12 Warnstreiks, manche bis zu 5 Tage lang, durchgeführt.

Korrespondenz

Die GdL, Gewerkschaft der Lockführer, die seit 2009 Tarifverträge bei der Saarbahn abschließt, fordert 3,8 Prozent Lohnerhöhung plus einer Einmalzahlungen und strukturelle Verbesserungen, was insgesamt 8% Lohnerhöhung wären, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Das sind keineswegs „überzogene Forderungen“ – sie fangen gerade die Preissteigerungen auf, und tragen der Tatsache Rechnung, dass es in den heutigen Zeiten gar nicht möglich ist, die Entwicklung über 3 Jahre vorauszusehen.

 

Das Unternehmen antwortete ein halbes Jahr lang überhaupt nicht auf die Forderungen und legte dann ein Angebot mit einer Laufzeit von 3 Jahren vor (jeweils 2,5 % Lohnerhöhung 2026 und 2027, Einmalzahlung 2026 von 1000 Euro, Verdoppelung der Jahressonderzahlung 2027). Nachdem sie mit diesem unzureichenden Angebot bei der GdL nicht durchkamen, lehnte das Unternehmen weitere Verhandlungen ab.

Armselige Spaltungsmannöver

In den letzten Wochen versuchte sie, Lockführer von der GdL abzuwerben, und die Kollegen zu spalten, die bisher zu 100 Prozent den Streik mittrugen. Dann versuchten sie, die Lockführer mit dem Tarifvertrag von ver.di zu locken. Schließlich kündigte sie an, dass Streiks-Bahnen fahren sollen. Saarbahn-Kollegen, die irgendwann einen Lockführerschein gemacht haben, aber nicht als Lockführer arbeiten und nicht bei der GdL sind, werden zu Streikbrecherarbeiten eingeteilt.
Dass es hier nicht nur um eine normale Tarifauseinandersetzung geht, deckte die GdL auf: Schon vor Monaten hatte der kommunale Arbeitgeberverband Saarland geplant, die bisherige Anerkennung der GdL als Tarifpartei zu beenden. Am 6.8. erklärte Saarbahn, dass die „Tarifpartnerschaft“ mit der GdL „keine Zukunft mehr hat“. „Deshalb sehen wir keine Grundlage mehr für einen Tarifabschluss mit der GdL. Wozu auch?“

Solidarität mit den Lockführern und der GdL!

Es geht also darum, das Recht auf gewerkschaftliche Organisierung und Tarifkämpfe einzuschränken, eine kämpferische Gewerkschaft auszuschalten. Das geht alle an!

 

Bisher stehen die Menschen vor allem hinter den Streikenden. Weitere Streiks sind angekündigt, aber die erheblichen finanziellen Einbußen stellen ihre Kampfbereitschaft auf eine harte Probe.

 

Die MLPD tritt ein für starke Einheitsgewerkschaften. Die Aufspaltung in zwei Gewerkschaften (ver.di und GdL) erleichtert die Spaltung der Belegschaft. Die Beschäftigten stehen damit zusätzlich vor der Aufgabe, die Einheit über Gewerkschaftsgrenzen herzustellen und sich für eine Kampfeinheit der Gewerkschaften einzusetzen.