Dokumentiert

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Siedlergewalt im Westjordanland – systematische Vertreibung während des Iran-Krieges

Dieser Text ist auf dem fortschrittlichen Blog Occupied News erschienen. Die Rote Fahne Redaktion dokumentiert:

Siedlergewalt im Westjordanland – systematische Vertreibung während des Iran-Krieges
Handala-Cartoon

Während die Welt auf den Iran blickt, eskaliert im besetzten Westjordanland eine ebenfalls tödliche Gewaltwelle. Was sich vielleicht als isolierte Übergriffe darstellt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als systematische Politik der Besatzungsmacht – unterstützt von einer Regierung, die Siedleranführer in ihren Reihen hat.

Ein systematisches Muster der Gewalt

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Siedlerangriffe sind im Jahr 2026 zur Hauptursache für Verletzungen bei Palästinensern im Westjordanland geworden – sie machen 55 Prozent aller Verletzungen aus. Die Häufigkeit der Angriffe hat sich dramatisch erhöht: Waren es 2020 noch durchschnittlich alle drei Tage ein Vorfall, sind es 2026 bereits über drei Angriffe pro Tag. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden im Jahr 2026 im besetzten Westjordanland bisher mindestens 87 Palästinenser durch israelische Schüsse getötet, darunter 21 durch Siedler [Stand 25.07.2026]. Das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (UN-OCHA) spricht von mindestens 63 getöteten Palästinensern, darunter 16 Tote durch Siedler, für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2026.

 

Der jüngste Höhepunkt ereignete sich am 24. Juli im Dorf Tel bei Nablus im Westjordanland: Eine Gruppe von 40 bis 50 Siedlern, darunter auch Kinder, griff mehrere palästinensische Häuser an und versuchte einzubrechen. Als die Bewohner sich zur Wehr setzten, eskalierte die Gewalt – ein bewaffneter Siedler schoss auf einen Palästinenser. Als die Siedler kurz darauf mit israelischen Besatzungssoldaten zurückkehrten, stand die Armee tatenlos daneben – bis ein Palästinenser einem Siedler die Waffe entriss. Daraufhin erschossen Soldaten und Siedler vier unbewaffnete Palästinenser, darunter zwei Brüder und zwei Cousins. Auch zwei Israelis kamen dabei ums Leben.

 

Dies ist kein Einzelfall, sondern Teil eines Musters: Siedler und Armee agieren Hand in Hand. Die israelische Regierung kündigte nach den Vorfällen nicht etwa Maßnahmen gegen die Täter an, sondern eine „große Anti-Terror-Operation“ und den Ausbau von Siedlungen. ...

 

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