BSW und AfD
Sahra Wagenknecht auf Schmusekurs mit Björn Höcke
Björn Höcke, der Landesvorsitzende der AfD in Thüringen, kann und darf gerichtsfest und vollkommen berechtigt als Faschist gekennzeichnet werden. Als mächtiger Strippenzieher steht er besonders klar für den aggressiv völkisch-nationalistischen und menschenverachtenden Kurs der gesamten Partei.
Um lautstarke Trommelwirbel in den bürgerlichen Massenmedien und den sogenannten sozialen Medien ist er niemals verlegen. Und von diesem Glanz will auch Sahra Wagenknecht etwas abbekommen, Parteistifterin des nach ihr benannten und von der Linkspartei abgespaltenen BSW. Zurecht muss sie fürchten, bei künftigen Wahlen unter den „Sonstigen“ unterzugehen.
Für die bevorstehende Wahl in Sachsen-Anhalt, wo die akute Gefahr zu einer Regierungsübernahme durch die AfD besteht, biederte sie sich auf Umwegen zur Wahl eines AfD-Ministerpräsidenten Ullrich Siegmund an. Der AfD-Chefin Alice Weidel bot sie gemeinsame Rededuelle bei Wahlkampfveranstaltungen an. Diese lehnte süffisant ab. Dazu müsse das BSW erst einmal die 5-Prozent-Hürde überwinden ...
Jetzt kommt aus dem benachbarten Thüringen Trost von Björn Höcke. Er schlägt vor, die Abwahl des dortigen CDU-Ministerpräsidenten Mario Voigt zu forcieren und bietet Wagenknecht seine Unterstützung bei der Wahl zur Ministerpräsidentin in Thüringen an.
Das lehnt nun wiederum Wagenknecht als „unehrlich“ ab. Aber keineswegs, weil ein Zusammengehen mit seiner faschistischen AfD für sie undenkbar wäre, sondern weil „die Mehrheit derer, die auf BSW-Ticket im Thüringer Landtag sitzen, in Opposition zum Bundesvorstand stehen und mich nicht wählen würden“ .1 Die Thüringer BSW'ler mit ihrer Chefin Katja Wolf liegen schon lange mit der Bundesparteispitze im Clinch und stellen sich aktuell auch gegen deren Schmusekurs mit der AfD.
In Sachsen-Anhalt verlassen mehr und mehr BSW-Mitglieder die Partei wegen Wagenknechts „autoritärem Stil“ aber vor allem ihrer Annäherung an die AfD. Aber so schnell gibt Sahra nicht klein bei. Sie fordert Höcke zu einem TV-Duell "auf neutralem Boden" heraus. 2
In Zeiten des Feudalismus wurden Duelle per Waffe mit Sekundanten in frühen Morgenstunden bei Dämmerlicht ausgefochten und mindestens einer blieb tot zurück. Anders als damals wäre es bei einem solchen TV-Duell ziemlich gleichgültig, wer unterliegt und wer sich als Sieger feiern kann. Es wäre eine Propagandashow für den modernen Faschismus.