Krieg im Mittleren Osten
Neue Front: Bürgerkrieg im Jemen eskaliert, Saudi-Arabien wird beschossen
Im Jemen greifen die Huthi Truppen der Zentralregierung an, auch saudisches Gebiet wurde beschossen. Der seit 2022 durch einen Waffenstillstand unterbrochene Bürgerkrieg entwickelt sich nun zu einer neue Front im Krieg im Mittleren Osten, den die USA mit Israel durch den Überfall auf den Iran begonnen haben.
Nachdem am 13. Juli der Flughafen der von den Huthi kontrollierten jemenitischen Hauptstadt Sanaa angeblich von der von Saudi-Arabien unterstützen Zentralregierung des Jemen bombardiert worden war (wahrscheinlicher ist, dass es saudische Angreifer waren, da die Zentralregierung nicht über die militärischen Mittel verfügt hätte), hatten die Huthi am 20. Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien bei Bab al-Mandab verkündet. Letzten Donnerstag trafen dann um 11 Uhr 8 ballistische Raketen und mehrere Drohnen Lager der jemenitischen Notstreitkräfte in den Provinzen Hadramaut und Marib. Die Zahl der Todesopfer soll bei etwa 40 liegen, auch wenn die Zentralregierung geringere Zahlen angibt.
Ein Brand in der Aramco-Raffinerie in Saudi-Arabien, wo 400 000 Barrel pro Tag produziert wurden, soll jetzt gelöscht worden sein. Die Ursache wird nicht bekannt gegeben – allerdings war bereits am 27. Juli eine Stilllegung der Anlage erfolgt, nachdem die Huthi die Anlage angegriffen hatten. Auch Handelsschiffe unter saudischer Flagge wurden in den letzten Wochen mit Raketen angegriffen.
Der von der UNO vermittelte Waffenstillstand vom April 2022 scheint zunehmend nur noch formal zu bestehen. Der UNO-Sicherheitsrat verurteilte die Angriffe der Huthi auf Saudi-Arabien und dessen Handelsschiffe: Die Angriffe bedrohten die Sicherheit in der Region und die Freiheit des Schiffsverkehrs. Der UN-Sondergesandte für Jemen, Hans Grundberg, schrieb auf der Plattform X, dass die Gefahr bestehe, dass das Land in eine umfassendere regionale Konfrontation hineingezogen werde - mit verheerenden Folgen für die Bevölkerung. Mit beidem hat er recht – Unrecht hat er nur insoweit, als dass der Krieg im Jemen schon Teil des Kriegs im Mittleren Osten geworden ist.