Niederlande
Nationaler Hafenstreik in den Niederlanden am 4. September
Aus den Niederlanden erreichte die Rote Fahne Redaktion der folgende Bericht, für den wir uns herzlich bedanken:
Am Freitag, den 4. September, legen die Hafenarbeiter in den Niederlanden in der Zeit von 11.15 Uhr bis 19 Uhr die Arbeit nieder. Es ist das erste Mal seit 2005, dass die Arbeit in allen niederländischen Häfen gleichzeitig beendet wird.
Der Streik ist Teil einer Reihe von Streiks und Gewerkschaftsprotesten gegen die Regierung. Am 8. September werden Beschäftigte von Kommunen, Provinzen und dem Staat in Den Haag demonstrieren. Am 9. September steht der öffentliche Nahverkehr in den Niederlanden 24 Stunden lang still. Auch in anderen Branchen werden Streiks und Aktionen angekündigt.
Kampf gegen die Regierung
Die Gewerkschaftsproteste richten sich gegen die Kürzungen von 6,5 Milliarden Euro bei Arbeitslosen-, Invaliditäts- und Rentenleistungen. Die Aktionsbereitschaft wird sicherlich auch durch die Wut über die Kürzungen im Gesundheitswesen (10 Milliarden Euro) und die Erhöhung des Kriegsbudgets (16 Milliarden Euro) verstärkt. Die Regierung will Entlassungen verbilligen und das Demonstrationsrecht einschränken. Probleme wie Wohnungsnot und Umweltzerstörung werden nicht gelöst, im Gegenteil. Das Recht auf Asyl wird eingeschränkt, und Asylsuchende werden zunehmend schlechter behandelt.
Perspektive
In den Niederlanden steuern die Arbeiterbewegung und die Regierung auf eine Konfrontation zu. Die Hafenarbeiter wollen ihren Beitrag dazu leisten. Der Weg nach vorn besteht darin, die Aktionen auszuweiten – insbesondere durch gleichzeitige Streiks und Demonstrationen verschiedener Branchen, anstatt jeder Branche einzeln – und offensive Forderungen zu formulieren. Wer darum kämpft, das Erreichte zu behalten, verliert seine Zukunft, denn der Kapitalismus bietet Arbeitern keine Zukunft.