Aktionstag der IG Metall am 21. September

Aktionstag der IG Metall am 21. September

Lernen aus dem Niedergang Detroits – wir stehen auf für unsere Zukunft!

Regierung und Autokonzerne reden davon, Kosten senken zu müssen. Tatsächlich betreiben sie einen Generalangriff auf Arbeiterinnen und Arbeiter, Ingenieurinnen und Ingenieure und die Jugend.

Korrespondenz aus Stuttgart

Kennzeichnend für den staatsmonopolistischen Kapitalismus sind aufgeblähte Staatshaushalte und Spekulation. Die jahrzehntelange weltmarktbeherrschende Stellung versuchen die deutschen Automanager zu verteidigen, um ihre Maximalprofite erzielen zu können. Sie glaubten, diese Position auch bei der Umstellung auf Elektroautos weiter ausbauen zu können.

 

Mercedes, VW, Porsche und Bosch investierten Milliarden in den Ausbau von Fertigung und Entwicklung in China, Indien und Osteuropa. Durch Gemeinschaftsunternehmen entstanden zugleich neue starke Autokonzerne. Zunächst setzte sich Tesla aus den USA an die Spitze, später gewannen in China Konzerne wie BYD und Geely erheblich an Bedeutung. Bei Digitalisierung, dem „Smartphone auf Rädern“ und dem autonomen Fahren mit Elektroautos erreichten sie teilweise eine weltmarktbeherrschende Stellung.

 

Jetzt wollen die Autokonzerne in Deutschland Werke schließen und hunderttausendfach Arbeitsplätze vernichten. Bei der Digitalisierung sind sie technisch ins Hintertreffen geraten und versuchen nun, mit Milliardeninvestitionen in KI und Rechenzentren wieder aufzuholen.

 

Die Regierung subventioniert solche Rechenzentren, etwa das der Schwarz-Gruppe in Heilbronn. Gleichzeitig forciert sie vor allem die Aufrüstung und versucht, die Jugend für Kriege zu gewinnen.

 

Bei Mercedes und Porsche ist die Luxusstrategie mit dem Schwerpunkt auf Elektroantrieben gescheitert. Die Produktion des Porsche Taycan wurde zurückgefahren. Auch die erneute stärkere Orientierung auf Verbrennungsmotoren konnte den Verlust von Marktanteilen nicht stoppen.

 

Das ist keine einfache „Sparpolitik“. Es handelt sich um Kapitalvernichtung und die Abwälzung der Krise durch Automonopole und Regierung auf Kosten der Arbeiterinnen und Arbeiter.

 

Die Mobilitätsprobleme der Menschheit können die Autokonzerne nicht lösen – auch nicht unter Leitbildern wie „Technik fürs Leben“, mit denen sich etwa Bosch schmückt. Im Gegenteil: Mit dem Vorrang des Auto- und Lkw-Verkehrs verschärfen sie die bereits begonnene globale Umweltkatastrophe weiter.

 

Stattdessen müssen öffentliche Verkehrssysteme massiv ausgebaut werden – orientiert an den Bedürfnissen der Menschen, in Einheit mit der Natur, auf Grundlage erneuerbarer Energien und einer umfassenden Kreislaufwirtschaft.

 

Die technischen Fähigkeiten dafür sind in der Autoindustrie vorhanden. Arbeiterinnen und Arbeiter, Ingenieurinnen und Ingenieure können sich auf ständig verändernde gesellschaftliche Bedürfnisse einstellen. Die kapitalistische Profitwirtschaft dagegen ist auf ständig steigenden Warenabsatz ausgerichtet, um Maximalprofite zu erzielen. Dafür sollen jetzt tarifliche und soziale Errungenschaften der Arbeiter niedergerissen und industrielle Strukturen in der Region zerstört werden.

 

Gesellschaftlicher Fortschritt muss von den Arbeiterinnen und Arbeitern gemeinsam mit ihren Verbündeten erkämpft werden.

 

Wir stehen auf für die Zukunft der Jugend! Am 21. September den bundesweiten Aktionstag der IG Metall ausbauen – das geht uns alle an!

Die Stuttgarter Automobilarbeiterkoordination lädt zur Beratung ein:

26. August, 16 Uhr bis 17.30 Uhr, Arbeiterbildungszentrum Stuttgart-Untertürkheim, Bruckwiesenweg 10. Kontakt: richard.heberle@arcor.de