Griechenland

Griechenland

Landesweiter Aktionstag der Solidarität mit Palästina

Am heutigen Sonntag, dem 9. August 2026, findet in Griechenland ein landesweiter Aktionstag der Solidarität mit Palästina statt. In zahlreichen Städten, Dörfern und auf den Inseln sind Kundgebungen, Demonstrationen und andere Solidaritätsaktionen angekündigt.

Korrespondenz aus Kassel

Die Aktion findet ausdrücklich nicht nur in Athen oder Thessaloniki, sondern praktisch überall in Griechenland statt. In Städten, Dörfern, auf Inseln und sogar in Bergregionen. Die Organisatoren fordern Menschen dazu auf, dort, wo sie sich am 9. August befinden – also auch im Urlaub –, eigene Kundgebungen oder Solidaritätsaktionen zu organisieren. Zu den zentral beteiligten Organisationen gehören: • March to Gaza Greece • Palästinensische Gemeinschaft Griechenlands (Παλαιστινιακή Παροικία Ελλάδας) • BDS Greece • die Allianz „Stoppt den Krieg – Solidarität mit Palästina“ • verschiedene lokale Initiativen, Gewerkschaften und politische Gruppen.

 

Der Termin knüpft unmittelbar an den 10. August 2025 an. An diesem Tag fanden in Griechenland bereits außergewöhnlich viele pro-palästinensische Aktionen statt. Nach Angaben der Organisatoren gab es damals Hunderte von Aktionen an mehr als 95 Orten, von Thassos bis Gavdos und von Korfu bis Rhodos. Die Organisatoren wollen diesen Erfolg 2026 wiederholen – diesmal einen Tag früher, am 9. August. Interessant ist dabei gerade der sommerliche Charakter: Die Kampagne richtet sich ausdrücklich auch an die vielen Griechen und ausländischen Besucher, die sich zu dieser Zeit auf den Inseln befinden. Deshalb lautet der Aufruf sinngemäß: Nicht nur die großen Städte, sondern auch die Ferienorte und Inseln sollen am 9. August palästinensische Flaggen und Solidaritätsaktionen sehen.

 

Die aktuelle Kampagne geht deutlich über eine allgemeine Solidaritätsbekundung hinaus. Zu den veröffentlichten Forderungen gehören unter anderem:

 

  • Keine sicheren Zufluchtsorte für Personen, denen Kriegsverbrechen vorgeworfen werden.
  • Eine Wiedereinführung von Visa für israelische Staatsbürger zur Kontrolle der Einreise
  • Überprüfung israelischer Soldaten und Reservisten hinsichtlich einer möglichen Beteiligung an Kriegsverbrechen.
  • Beendigung der militärischen Zusammenarbeit zwischen Griechenland und Israel.
  • Ein vollständiges Waffenembargo und Sanktionen gegen Israel.

 

Die Organisatoren verbinden das ausdrücklich mit einer Kritik an der griechischen Außen- und Sicherheitspolitik und insbesondere an der militärischen Kooperation Griechenlands mit Israel. Ein Teil der Aufrufe richtet sich außerdem gegen die Zusammenarbeit Griechenland–Zypern–Israel und gegen die Rolle der USA in der Region.

 

Die Aktion 2026 findet vor dem Hintergrund einer inzwischen sehr stark politisierten Palästina-Solidaritätsbewegung in Griechenland statt. Schon 2025 kam es beispielsweise auf Syros zu Protesten gegen das israelische Kreuzfahrtschiff Crown Iris; das Schiff wurde schließlich nach Zypern umgeleitet. Auch in Thessaloniki gab es größere Demonstrationen. 2026 wurde die Bewegung durch March to Gaza weiter mobilisiert. Die Bewegung hatte im Juni eine größere offene Versammlung in Athen abgehalten und anschließend weitere Aktionen für den 9. August angekündigt.