Sommercamp von REBELL und ROTFÜCHSE
Kindercamp 2026 – Thementag, 2. Woche: Gaza wird leben!
Vom Kindercamp der ROTFÜCHSE auf dem Sommercamp des Jugendverbands REBELL aus Truckenthal im Thüringer Wald wird berichtet:
"Was heißt das? Was bedeutet das? Wollt ihr Gaza helfen?" Erst zögern sie, dann heben sich immer mehr Kinderhände. „Sie brauchen Wasser!“, „Sie brauchen Essen!“, „Sie müssen die zerstörten Häuser wieder aufbauen!“, „Medizin, Schulen, das Recht, in Frieden zu leben.“ Die Antworten der Kinder sind schlau. Kinder wissen gut Bescheid. Es ist Thementag im Sommercamp. Das Thema ist: Gaza wird leben!
Ein Campteilnehmer aus Gaza zeigt uns Tänze aus seiner Heimat Palästina. Er erzählt uns vom Krankenhaus Al-Awda und dass es mehr ist als „nur“ ein Krankenhaus. Es ist ein Ort, an dem Menschen, insbesondere Kinder und Frauen, unterstützt werden. Durch ein Video einer Musikakademie bekommen wir einen Eindruck, wie junge Menschen vor Ort, trotz aller Kriegsgewalt um sie herum, in ihrem Alltag Mut und Optimismus behalten und ihren sehnlichen Wunsch nach Frieden kundtun. Beeindruckend – mit selbstgebauten Musikinstrumenten spielen die palästinensischen Kinder ein Ständchen für die Rotfüchse: „Danke, dass ihr an uns denkt!“
„Wie wird gebaut? Essen zubereitet, Wasser gereinigt?“, fragen wir Erwachsenen. Die Kinder bilden Arbeitsbrigaden, um praktisch zu lernen. Eine Brigade hilft in der Küche, schnippelt Gemüse und Salat für das Mittagessen aller Campkinder: „Puh, ist das anstrengend!“
Eine andere Brigade erkundet derweil das Haus der Solidarität. In den Werkstätten im Keller befinden sich Maurerkellen, Hämmer, Wasserwaagen, Arbeitskleidung – einfach alles, streng sortiert zum Bauen.
Mit zwei Schubkarren wird das Werkzeug mit einigen Ziegelsteinen und trockenem Mörtel zu der kleinen Mauer am Sportplatz transportiert. Mit Wasser wird der Mörtel angerührt und so lange mit den Kellen im Schubkarren hin und her geschichtet, bis er die richtige Konsistenz hat: weich und glatt glänzend. Damit bauen die Kinder die Mauer ein Stück weiter.
Eine junge Mutter beobachtet dabei mit Stolz ihre beiden Töchter. Sie berichtet, wie sie selbst als Kind ihrer Mutter, der Baumeisterin des Dorfes, geholfen hat, zu mauern. In ihrem Dorf in Rojawa in Nordsyrien haben die Menschen ihre Häuser alle selber und gemeinsam gebaut.
Die dritte Brigade ist am Bach, der am Rande des Camps trotz der großen Trockenheit noch dahinplätschert. Die kühle Frische tut den Beinen gut. Schöne, flache Steine werden gesammelt und ein Eimer wird mit Wasser gefüllt. Aus dem sauberen Bachwasser machen die Kinder mit großer Hingabe eine braune, stückige Brühe. Dann sitzen alle im Kreis und überlegen, wie Wasser zu Trinkwasser gemacht wird. Denn sauberes Wasser ist in Gaza Mangelware. Mehrere Blumentöpfe mit groben Steinen, feinem und grobem Sand und einer Kaffeefiltertüte werden übereinander gehalten. Das dreckige Wasser wird oben reingegossen. Und bei seinem Weg von einem Blumentopf in den anderen wird das Wasser immer sauberer. Doch selbst beim dritten Mal ist das Wasser immer noch leicht schmutzig. „Wie Kaba!“, ruft jemand! Die Kindergesichter werden nachdenklich. Trinken möchte diese Brühe keiner.
Nach dem Ausflug zum Bach werden die gesammelten Steine bunt bemalt mit Palästinasymbolen – Mitbringsel für zu Hause oder für den Solistand. Und die Rotfüchse wollen für unsere Freunde in Gaza auch ein Lied singen und es ihnen schicken. Viele Ideen schwirren begeistert durch ihre Köpfe. Rote Grüße vom Sommercamp nach Gaza!