Gaza

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Gluthitze in den Zelten, Windpocken grassieren, israelische Massaker

Die verzweifelte Lage der Hunderttausenden Flüchtlinge, die seit Beginn des israelischen Völkermords in Gaza ausgebombt in Zelten vegetieren müssen, wird durch die aktuelle Hitzewelle vor Ort massiv verschärft.

Von ffz und Iordanis Georgiou
Gluthitze in den Zelten, Windpocken grassieren, israelische Massaker
Kind mit Windpocken in Gaza (foto: Palätinensische Gemeinde Griechenland)

Bei gut 40 Grad hochsommerlicher Hitze verwandeln sich die Zelte in Backöfen. Die Temperaturen sind kaum erträglich und belasten vor allem Kinder und alte Menschen. Die Sterblichkeit steigt weiter an.

 

Diese Zustände befeuern auch die Ausbreitung von Krankheiten. Aktuell wird von grassierenden Windpocken berichtet. Iordanis Georgiou, von der Solidaritäts- und Hilfsorganisation Solidarität International e. V. (SI) befindet sich aktuell in Griechenland und gibt die folgenden Informationen der dortigen Palästinensischen Gemeinde weiter. Die Rote Fahne Reaktion dokumentiert das gerne:

58.000 Windpockenfälle im Gazastreifen!

Es handelt sich hierbei nicht um eine natürliche Gesundheitskrise. Es ist die Folge der Belagerung. Seit Jahresbeginn wurden im Gazastreifen mehr als 58.000 Windpockenfälle registriert. Die unkontrollierte Ausbreitung der Krankheit ist kein Zufall. Sie ist die direkte Folge der erdrückenden Blockade und der Zerstörung der grundlegenden Infrastruktur.

 

Hunderttausende Menschen leben zusammengepfercht in Flüchtlingslagern. Es gibt kaum sauberes Wasser, die Abwassersysteme sind zusammengebrochen, Hygieneartikel und Medikamente reichen nicht aus, und die Kinder sind Epidemien ausgesetzt, die hätten verhindert werden können.

 

Epidemien entstehen nicht von selbst. Sie entstehen, wenn einer ganzen Bevölkerung Wasser, Nahrung, Medikamente und menschenwürdige Lebensbedingungen vorenthalten werden.


Die palästinensische Gemeinde in Griechenland fordert die sofortige Beendigung der Blockade des Gazastreifens; den ungehinderten Zugang zu Medikamenten, medizinischer Ausrüstung und Hygieneartikeln; die Wiederherstellung des Zugangs zu sauberem Wasser und grundlegenden Gesundheitsdiensten und den Schutz der Zivilbevölkerung, bevor sich die humanitäre Katastrophe zu einer unkontrollierbaren gesundheitlichen Tragödie ausweitet.

Eine der größten Beerdigungen im Gazastreifen…

Am 4. August nahm Gaza Abschied von 112 Menschen aus den Familien Abu Sharia und Al-Hasaina. Ein Trauerzug, stumm vor Schmerz, doch voller Würde. Ein ganzer Teil der Gesellschaft ging innerhalb weniger Augenblicke verloren.

 

112 Menschen kamen ums Leben, als zwei Gebäude durch einen israelischen Bombenangriff dem Erdboden gleichgemacht wurden: Kinder, die keine Chance hatten, erwachsen zu werden; Mütter, die ihre Kinder noch im Arm hielten; ältere Menschen, die darauf hofften, ihre letzten Jahre in Frieden zu verbringen. Das ist die „Zieleliste“ der Mörder.

 

Und doch zählt die Welt weiterhin nur Zahlen, wo es doch Namen, Gesichter, Träume und Leben gibt. Gaza trauert, aber es gibt nicht nach. Palästina blutet, aber es geht nicht in die Knie.


Dazu sagen die Palästinenserinnen und Palästinenser aus Griechenland: "So sehr sie auch unsere Häuser bombardieren, sie können unsere Liebe zu unserer Heimat nicht bombardieren. So sehr sie auch unsere Menschen töten, können sie doch nicht ihre Würde und ihr Andenken auslöschen. Wir werden nicht schweigen. Wir werden nicht vergessen. Wir werden uns niemals unterwerfen. Freiheit für Palästina!"