Ruhrpott-Rebellion und Proteste im September
Gewerkschaftliche Massenproteste und der Kampf um Klassenselbständigkeit
Die gewerkschaftlichen Aufrufe schon der Ruhrpott-Rebellion und für die bundesweiten Proteste im September strahlen Selbstbewusstsein, Kampf- und Offensivgeist aus. Das ist gut so!
Die Arbeiterklasse muss aber nicht nur im Tonfall, sondern auch im Inhalt selbständig in Aktion treten, um nicht doch noch als bittstellendes Anhängsel der bürgerlichen Parteien oder Politik zu landen. Da ist noch Luft nach oben. Die umfassenden Krisen des Imperialismus erfordern gesellschaftliche Alternativen, nicht nur Abwehrkämpfe in der ein oder anderen Frage. Mein Kumpel hat gleich ein ganzes Flugblatt dazu geschrieben. Einige Stellen weisen schon über den unmittelbaren sozialpolitischen Anlass der Proteste hinaus:
„Es gibt im Jahre 2026 genügend Technik und Rohstoffe, genügend helfende Hände und Köpfe und genügend Arbeiten, die erledigt werden können und müssen, um für alle einen Job, gute Arbeitsbedingungen und mindestens ein sicheres Dach über dem Kopf sowie den Zugang zu Lebensmitteln, Medizin, Strom, Bildung und sauberem Wasser zu ermöglichen – im Ruhrgebiet und auf der ganzen Welt. Das dürfen wir uns von nichts und niemandem nehmen oder vorenthalten lassen, nur weil durch ihre Politik 'kein Geld' da sei oder es in ihrem Kapitalismus keine oder nicht „genügend“ Profite bringt! ... Wenn wir Arbeiterinnen und Arbeiter uns alle durch unsere Arbeit gegenseitig gut versorgen, unsere Bedürfnisse befriedigen und unsere Umwelt möglichst schützen können, haben wir genug 'Gewinn' – ob mit oder ohne Geld! …
Ein wichtiger Vorteil, den wir Menschen der Arbeiterklasse trotz aller Unterschiede haben, ist, dass wir überall lebenswichtige Interessen gemeinsam haben: Die allermeisten von uns wollen einfach nur vernünftig und sicher sinnvoller Arbeit nachgehen können und ein möglichst sorgenfreies und friedliches Leben führen – nicht mehr und nicht weniger! Das ist im 21. Jahrhundert möglich und muss endlich überall selbstverständlich werden!
... Wenn sich unsere Arbeits- und Lebensbedingungen verbessern statt weiter verschlechtern sollen, dürfen wir nicht länger darauf hoffen, dass uns die Herrschenden und ihr Kapitalismus uns Brot und Frieden bringen werden – das können und werden sie nicht! Wir sind schließlich die Bäcker und die Soldaten! Daher müssen wir selber möglichst überall und gemeinsam den Mut und die Mittel und Wege finden, wie wir sämtliche Konflikte und Kriege in den Betrieben und an allen Fronten beenden, für uns schädigende Handlungen unterlassen, Missstände beseitigen und die für uns Nützlichen Dinge unseres Tuns verteidigen und für alle zugänglich machen können.
Nutzen wir … alle .. Gelegenheiten, um unsere Stimmen zu erheben, uns auszutauschen, gegenseitig zu überzeugen und zu vernetzen. Stellen wir individuelle, gemeinsame UND vereinende Forderungen auf. Diskutieren und verbreiten wir diese und setzen uns aktiv und gemeinsam in den Betrieben, zuhause, auf den Straßen, in den Gewerkschaften, Parteien und den Parlamenten für deren Umsetzung ein – im Ruhrgebiet und überall auf dieser Erde.“