Ceuta
Flüchtlingskrise auch inszeniert?
Der Ansturm auf Ceuta mit zehntausenden Menschen wirft Fragen auf, die über „spontane Verzweiflung“ hinausgehen.
Innerhalb kürzester Zeit wussten Tausende, dass die Grenze „offen“ sei. Viele kehrten rasch wieder um, als sich zeigte, dass in der Exklave weder Arbeit noch Perspektive warteten. Das nährt den Verdacht: Wurden Menschen gezielt irregeführt?
Es gibt Hinweise, dass Marokko die Kontrolle an der Grenze bewusst gelockert haben könnte – wie schon 2021. Spekulationen gehen weiter: Angesichts der Spannungen zwischen Spanien einerseits und den faschistischen USA sowie Israel andererseits wird vermutet, Rabat habe im Interesse enger Verbündeter aus USA und EU gehandelt, um die in einigen Punkten fortschrittliche spanische Regierung unter Druck zu setzen. Belastbare Beweise für eine direkte Steuerung durch Washington oder Tel Aviv liegen aber bisher nicht vor.
Ob nun von außen gesteuert oder durch europäische Politik befördert: Die Krise wird instrumentalisiert. Die Betroffenen zahlen den Preis, während die Verantwortlichen die politische Karte Migration weiter reaktionär ausspielen.