Michigan/USA

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El-Sayed gewinnt und zieht US-Demokraten weiter nach links

Bei den Vorwahlen zu den US-Senatswahlen hat sich der linke Kandidat Abdul El-Sayed bei Demokraten durchgesetzt – und zwar gegen die offensichtlichen Wünsche der Parteiführung. Das stellt durchaus einen Linksruck dar – nur, dass die Demokraten diese Reise von Tief in „der Mitte“ aus beginnen.

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El-Sayed gewinnt und zieht US-Demokraten weiter nach links
Abdul El-Sayed ist durchaus volksnah, aber kein Sozialist. Trotzdem unterstützt ihn die Demokraten-Basis gerade für seine linken Positionen. (Bild: Conlan Houston; Bildlizenz: CC BY-SA 4.0)

Seine Gegenkandidatin war die derzeitige Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus, Haley Stevens, offen unterstützt vom Partei-Establishment. Dass der Arzt und Gesundheitspolitiker Abdul El-Sayed sich als eine Bezugsfigur des relativ linken Parteiflügels durchgesetzt hat, ist eher von der Basis erzwungen als von oben gewollt. Der ehemalige Chef des Gesundheitsamts von Detroit, ein recht charismatischer Redner, hat seine Kampagne auf den Positionen der Democratic Socialists of America (DSA) aufgebaut: "Geld raus aus der Politik, mehr Geld in Eure Taschen und Krankenversicherung für alle"¹ war seine Losung, mit der er um die Unterstützung der Parteibasis warb, und „Michigan steht nicht zum Verkauf“² seine Parole.

 

Und das war auch genau der Punkt – denn auch wenn die Unterstützung für Trump zusehends einbricht, wollen die US-Amerikaner nicht einfach zurück in den Schoß der alten Demokraten-Elite. Deren Politik empfinden die meisten als nicht weniger verlogen, als die der Republikaner – einfach nur die „nettere“ Version des selben, korrupten Systems. Hinter Obamas freundlichem Lächeln verbargen sich eben die selben US-Monopole, wie heute hinter dem fiesen Grinsen von Trump. Deswegen gewinnen Kandidaten mit einer radikalen Rhetorik und selbst solche, die – wie der vor einem halben Jahr gewählte New Yorker Bürgermeister Zohran Kwame Mamdani – als Sozialisten gelten.

Wirkung des Antikommunismus kehrt sich um

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Zohran Kwame Mamdani gewann im November 2025 die Wahl zum Bürgermeister New York - er bezeichnet sich als "demokratischer Sozialist". (Bild: Dmitry Shein; Lizenz CC BY-SA 4.0).

 

Im Gegenteil: Je mehr die Stiefel der Monopole ihre Abdrücke auf den Rücken der Massen hinterlassen, desto mehr wächst das Ansehen des Sozialismus in den USA. Weil derweil die Vorstellungen vom Sozialismus noch sehr unterschiedlich oder auch vage sind, profitieren Kandidaten wie Abdul El-Sayed (dessen Positionen im Wesentlichen denen von Berny Sanders entsprechen, nur eben ohne die offene Unterstützung des Völkermords in Gaza). Dass hier noch große Verwirrung herrscht, kann und darf nicht überraschen, schließlich sind die USA seit dem Zweiten Weltkrieg imperialistische Weltmacht. Die US-Regierungen haben zweimal antikommunistische Verfolgungswellen historischen Ausmaßes durchgeführt, sozialistische Organisationen zerschlagen und die durchaus lebendige Geschichte der US-amerikanischen Arbeiterbewegung unter einem Haufen Bullshit begraben.

 

Trump baut auf genau diesem Antikommunismus auf und fährt schon seine Fake-News-Maschine hoch, um gegen die Machtübernahme durch den wiederauferstandenen Marx anzukämpfen. Natürlich ist das gefährlich, aber gleichzeitig treibt er damit immer mehr Menschen nach links, denn: Wenn dieser gewohnheitsmäßige Verbrecher und Lügner den Kommunismus für das größte Übel der Geschichte hält, dann kann der ja – auch wenn man sonst nichts darüber weiß – schließlich gar nicht so schlecht sein.

 

Und das ist fruchtbarer Boden, um eine zukunftsgerichtete Diskussion zu führen und unter den US-Massen das proletarische Bewusstsein zu fördern – dabei könnte auch die englischsprachige Literatur aus dem Verlag Neuer Weg einen guten Beitrag leisten.