Debatte über Weg der IG Metall belebt sich

Debatte über Weg der IG Metall belebt sich

„Eine Gewerkschaft, die wieder kämpft!

Seit dem 3. August macht ein Offener Brief von Vertrauensleuten und Betriebsräten bei Mercedes die Runde. Auslöser ist ein gemeinsamer Gastkommentar der IG-Metall-Vorsitzenden Christiane Benner „… gemeinsam mit dem milliardenschweren BDI-Präsidenten Peter Leibinger und dem Vorsitzenden der IGBCE, Michael Vassiliadis“ im Handelsblatt vom 29. Juni.

Zum Offenen Brief von IG-Metallern bei Mercedes

Schnörkellos kritisieren die Verfasser des Offenen Briefes die Klassenzusammenarbeitspolitik, die der Gastkommentar atmet: „… Mitte Juni beschlossen die IG-Metall-Bereichs-Vertrauenskörperleitungen bei Mercedes Untertürkheim eine Resolution, in der sie die aktuelle Politik der Bundesregierung mit klaren Worten beschreiben. Dort heißt es, mit dem angekündigten Stellenabbau, der geplanten Abschaffung des Acht-Stunden-Tags und all den weiteren Angriffen auf unsere Arbeits- und Lebensbedingungen hätten die Bosse und ihr Staat uns, den lohnabhängig Beschäftigten, den Krieg erklärt. (…) Während in der Resolution¹ dazu aufgerufen wird, den Angriffen von Regierung und Unternehmern entschlossen entgegenzutreten, wird in dem gemeinsamen Gastkommentar öffentlich für eine gemeinsame 'Agenda' von Industrieverbänden und Gewerkschaften geworben, ‚die Kosten senkt [...] und Produktivität erhöht‘. (…) Wir sagen es ganz deutlich: Damit spricht unsere Vorsitzende weder in unserem Namen noch im Namen der vielen Tausend aktiven betrieblichen Kolleginnen und Kollegen, die hinter uns stehen.“ 

 

Eingefordert werden die demokratische, innergewerkschaftliche Auseinandersetzung und eine kämpferische IG Metall. Die Autoren schlagen u. a. vor: „Kein Zurückweichen in der kommenden Tarifrunde. Wir wollen und müssen kämpfen. (…) Eine Erhöhung der 35-Stunden-Woche ist nicht verhandelbar. (…) Sollte der Arbeitgeberverband den Manteltarifvertrag kündigen, um seinen Forderungen nach längeren Arbeitszeiten Taten folgen zu lassen, oder sollten Unternehmensvorstände den Arbeitgeberverband verlassen, um uns auf Unternehmensebene anzugreifen, haben wir keine Angst vor einer Eskalation. Kein Schritt zurück! Es sieht so aus, als könnten Mercedes und VW der Rammbock dieser Offensive gegen tarifliche und soziale Standards werden. (…) So bald wie möglich braucht es weiteren Protest. Deshalb freut uns, dass es am 21. September einen bundesweiten Automobil-Aktionstag geben soll. Ebenso begrüßen wir die für den 26. September angekündigten DGB-Aktionen gegen Sozialabbau.“


In diesem Sinne reichen symbolische Aktionen jedoch nicht aus. Warum sollten die Autobelegschaften abwarten, bis die Gegenseite weiter Kräfte sammelt?! Richtig und konsequent ist daher, den 21. September als STREIKtag aller Automobilarbeiter und Zulieferer unter Einbeziehung anderer Gewerkschaften und breiter Teile der Bevölkerung jetzt vorzubereiten!