Power-Woche Sachsen-Anhalt

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Eindeutig: Dessau braucht eine stärkere MLPD

Am Dienstag waren wir zur Unterstützung der MLPD in Dessau. Vormittags im Stadtteil und Nachmmitags im Stadtzentrum diskutierten wir zu fünft mit den Menschen.

Von Jörg Weidemann
Eindeutig: Dessau braucht eine stärkere MLPD
Im Rahmen der Powerwoche in Sachsen-Anhalt: Erfolgreicher Einsatz in Dessau (rf-foto)

Das Ganze fand statt im Rahmen der Kampagne von widersetzen.com gegen die AfD oder wie sie bei der MLPD sagen: der AfD bei der Landtagswahl am 6. September die Suppe versalzen! Die Überschrift unserer Zeitung "So kann es nicht weitergeben! Aber wie dann?" war gut geeignet, ins Gespräch zu kommen. Dem ersten Satz stimmte die überwiegende Mehrheit zu. Beim zweiten Teil schieden sich die Geister. Nicht wenige, die sich für die Wahl der AfD aussprachen, kamen aber ins Grübeln, weil sie im Gespräch merkten, wie wenig Argumente sie eigentlich für diese Entscheidung haben. Und wie viele Argumente dagegen sprechen.

 

Es ist nicht fundiert, eher wie eine suggestive Stimmung: gegen die da oben und im Westen, jetzt Mal blau wählen. Aber diese Stimmung hat eben wenig Substanz. Wem Arbeiter- und Frauenrechte, die Umwelt, die Zukunft der Jugend am Herzen liegen, ist mit der AfD schlecht beraten. Und dann gibt es die ebenfalls große andere Gruppe. Sie lehnt die AfD bereits entschieden ab und begrüßt jede Aktivität gegen die modernen Faschisten. Gerne fließt dabei auch der eine oder andere Euro Spende. Hier werden Argumente und Adressen ausgetauscht. Einer sucht Anschluss an die Kampagne gegen die Ansiedlung des israelischen Rüstungskonzerns Elbit im naheliegenden Sangerhausen. Er hat schon gelesen, dass die MLPD dagegen mit von der Partie ist und sucht Anschluss.

 

Ein Jugendlicher aus der Linksjugend findet die MLPD eigentlich gut, aber sie würde in Dessau zu wenig in Erscheinung treten. Er sei wie viele in der Linkspartei revolutionär. Das wissen wir, antworten wir energisch. "Und sicher wärt ihr bei einer Revolution auch dabei. Aber als ganzes steht die Linkspartei dieser revolutionärer Richtung im Weg. Weil sie genau solche Leute wie euch abhält, sich wirklich revolutionär zu organisieren und das revolutionäre Handwerk gründlich zu lernen. Eine Revolution ist heute weniger denn je ein spontaner Akt. Sie will gut vorbereitet, geführt und gesichert werden - eine Wissenschaft." Nachdenken. Ein Parteiprogramm wandert über den Tisch.

 

Eine ältere Kollegin berichtet von ihrer Utopie: einer Welt ohne Armeen, überwacht durch eine echte UNO. Ihre Utopie ist schon richtig, erwidern wir. Aber dafür brauchen wir weltweiten Sozialismus / Kommunismus. Die Zeit reicht nicht, die Diskussion zuende zu führen. Eine ambulante Altenpflegerin beklagt die Wohnsituation in den Großstadten. Und schon sind wir in einer spannenden Debatte wie Wohnen und Verkehr im echten Sozialismus organisiert werden können. In diesen Diskussionen stoßen die Schlussfolgerungen der MLPD aus dem revionistischen Verrat am Sozialismus durch die SED-Bürokraten auf großes Interesse.

 

Ein Sonderfall war die lange Diskussion mit einem sehr jungen AfD-Stadtrat. Er ist selbst Azubi in der Pflege und humanistisch sowie gläubig katholisch. In vielen Fragen ist er durch die faschistische Meinungsmanipulation ausgerichtet. In anderen Fragen hat er wiederum das Herz am richtigen Platz, stimmte im Stadtrat für die Tarifbindung am Klinikum. Jugendliche Unerfahrenheit mischt sich mit einem bestimmten Karrieredenken - als Stadtrat wird man ja schon gebauchpinselt. Vieles hält aber einer kritischen Überprüfung in der Diskussion nicht stand. Mindestens viermal fällt der Satz: "Die AfD hat auch nicht in allem Recht" bzw. "die AfD ist auch nicht die Lösung für alles". Ein Gespräch reichte hier nicht für eine grundlegende Änderung. Aber vielleicht wächst das Samenkorn. Am Ende wünscht er uns im Ernst viel Erfolg und empfiehlt noch einen besseren Standplatz.

 

Bemerkenswert ist auch, dass es den ganzen Tag keinerlei aggressive Anmache gab. Vielleicht mal eine kurze verbale Attacke, weil sich jemand in seiner blauen Bubble gestört fühlte. Kein Grund, unaufmerksam zu werden. Gewaltbereite Faschisten gibt es in Ost und West. Aber das weitgehend Bestimmende ist eine enorme Gesprächsbereitschaft. Um diese zu befriedigen, muss die MLPD gestärkt werden. Aktuell in der Kampagne und dauerhaft als Mitglied. In beiden Fällen gerne melden unter elbe-saale@mlpd.de