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Cannabis-Teillegalisierung: Mehr Vergiftungen und Psychosen

Seit der Teillegalisierung von Cannabis im April 2024 werden deutlich mehr Erwachsene wegen cannabisbedingter Erkrankungen in Krankenhäuser eingewiesen.

Von ffz
Cannabis-Teillegalisierung: Mehr Vergiftungen und Psychosen
(grafik: Jugendverband REBELL)

Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Zentrums für Interdisziplinäre Suchtforschung am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Die Forscher untersuchten mehr als 77.000 Krankenhausaufnahmen zwischen Januar 2022 und September 2025. Im ersten Jahr nach der Gesetzesänderung gab es demnach schätzungsweise rund 1.400 zusätzliche cannabisbezogene Einweisungen von Erwachsenen. Besonders alarmierend: Die Aufnahmen wegen Cannabisvergiftungen¹ nahmen um 37,1 Prozent zu, die wegen cannabisinduzierter Psychosen um 16,4 Prozent. Das entspricht etwa 392 zusätzlichen Vergiftungsfällen und 980 zusätzlichen Psychosen.

 

Der unmittelbare Anstieg nach Inkrafttreten des Gesetzes und das anschließend dauerhaft erhöhte Niveau sprechen deutlich für einen Zusammenhang mit der Teillegalisierung.

 

Eine wichtige Ursache könnte der erleichterte Zugang zu medizinischem Cannabis sein. Seit April 2024 gilt es nicht mehr als Betäubungsmittel, sondern als gewöhnliches verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Über Telemedizin und Online-Apotheken kann es dadurch wesentlich leichter bezogen werden. Die Forscher halten es für wahrscheinlich, dass viele Konsumenten auf solches hochpotentes Cannabis umgestiegen sind. Es enthält durchschnittlich 24 Prozent des für den Rausch verantwortlichen Bestandteils THC – gegenüber etwa 15 Prozent bei Cannabis aus illegalen Quellen. Cannabis mit hohem THC-Gehalt erhöht das Risiko für Angstzustände, Vergiftungen, psychische Ausnahmezustände und Psychosen. Was im medizinischen Bereich als natürliches Schmerzmittel, zum Beispiel bei Krebspatienten, gute Dienste tut, verkehrt sich beim Missbrauch als Rauschmittel ins Gegenteil.

 

Der mit der Teillegalisierung versprochene Rückgang des Konsums ist nicht eingetreten. Fakt ist: Der längerfristige Aufwärtstrend beim Konsum hält an, besonders bei jungen Erwachsenen! Gleichzeitig nehmen problematische Konsummuster und stationäre Behandlungen zu.

 

Diese Entwicklung bestätigt die drogenpolitische Linie der MLPD und ihres Jugendverbands REBELL gegen die Cannabis-Legalisierung. Die Jugend braucht einen klaren Kopf, um sich Durchblick zu verschaffen, sich zusammenzuschließen und gegen Krieg, Faschismus, Umweltzerstörung und die unhaltbaren Zustände des Kapitalismus zu rebellieren.


Die gesellschaftliche Verharmlosung von Cannabis kommt den Herrschenden entgegen: Statt sich organisiert aufzulehnen, sollen sich Jugendliche mit ihrem Rausch und ihren persönlichen Problemen beschäftigen. Nötig sind die Rücknahme der Legalisierung, eine breite Aufklärung über die Gefahren von Drogen und der Ausbau kostenloser Präventions-, Beratungs- und Hilfsangebote. Kampf dem Drogensumpf! Mach mit im REBELL!