Arbeiterkämpfe
Am 21. September: Gewerkschaftlicher Streiktag aller Automobilarbeiter und Zulieferer
Die IG Metall ruft für Montag, 21. September, bundesweit in allen Betrieben der Automobil- und Zulieferindustrie zu einem Aktionstag auf: Gemeinsam gegen den Kahlschlag von Konzernen und Regierung! Das kommt genau zur richtigen Zeit und sollte überall aufgegriffen werden – in Betrieben und Abteilungen, in Vertrauenskörpern, Delegiertenversammlungen und Betriebsräten.
In der deutschen Automobilindustrie arbeiten derzeit rund 720.000 Beschäftigte. Davon entfallen etwa 447.000 auf die Hersteller von Kraftwagen und Motoren und rund 275.000 auf die klassischen Zulieferer. Rechnet man die vorgelagerten Bereiche hinzu – Chip- und Halbleiterproduktion für Autos, Stahl- und Metallverarbeitung, Chemie und Kunststoffe – kommt man auf deutlich über eine Million produktionsnahe Arbeitsplätze. Insgesamt hängen in Deutschland rund 3,2 Millionen Erwerbstätige direkt oder indirekt an der Automobilwirtschaft. Das ist eine Macht, wenn sie vereint kämpft!
Ein Konzern nach dem anderen fährt Programme der verschärften Ausbeutung hoch: bis zu 120.000 Stellen bei VW, 9000 bei Porsche, 8000 bei BMW. Varta hat Insolvenz angemeldet. Dazu kommen Angriffe auf die Arbeitszeit – wie bei Mercedes die Forderung nach der 40-Stunden-Woche – sowie Streichungen von Prämien und Zulagen. Gleichzeitig beschließt die Bundesregierung drastische Angriffe auf soziale Errungenschaften.
Deshalb gilt: Kampf gegen die Ausbeutungsoffensive von Monopolen und Staat! Vorwärts zur Arbeiteroffensive!
Branchenweiter Generalstreik
In den letzten Wochen haben die Arbeiterinnen und Arbeiter ahnen lassen, welche Kraft in ihnen steckt: 33.000 legten in den Mercedes-Werken zeitweise die Arbeit nieder, 5000 bei VW zur Aufsichtsratssitzung am 9. Juli. Immer wieder gab es selbständige Versammlungen in den Pausen und während der Arbeitszeit mit tiefgehenden Diskussionen und gemeinsamen Erklärungen. Die Kolleginnen und Kollegen von VW Zwickau wurden am 9. Juli solidarisch von Gewerkschaftern von Opel Eisenach besucht: „In den Marken getrennt – aber in unserm Kampf und in der IG Metall vereint!“ In Neckarsulm protestierten letzte Woche 6000 Audi-Beschäftigte mit gewerkschaftlichen Delegationen von Mercedes Untertürkheim und Sindelfingen und Porsche. Mit dabei ein großes Transparent: „Ohne Streik ändert sich nichts!“
Dazu kamen die Kundgebungen und Demonstrationen in der „Ruhrpott-Rebellion“ gegen die Angriffe der Regierung. Das hat dazu beigetragen, dass der VW-Aufsichtsrat die Pläne des Vorstands ablehnen musste und die latente politische Krise der Bundesregierung sich täglich verschärft.
Was eine richtige Streikbewegung kann, haben wir 1997 gesehen: 130.000 Bergarbeiter streikten unter Tage, in den Werkstätten und Häfen sieben Tage lang, blockierten Autobahnen und mehr. Die geplanten 100.000 Entlassungen waren vom Tisch – und Kohl war angezählt. Das war ein branchenweiter Generalstreik. Genau so was brauchen wir in der Autoindustrie. Und: „Bei weiteren Provokationen: selbständige Streiks.“
Was der 21. September werden muss
Völlig zu Recht fordern die Kolleginnen und Kollegen einen Aktionstag, der die Monopole am Profit trifft und politisch ein klares Signal der Arbeiteroffensive gibt. Die Kritik an der Beschränkung auf symbolische Aktionen wächst.
Ein Kollege bei Opel in Bochum brachte es bei der selbständigen Streikversammlung am 7. Juli auf den Punkt: „Alle zusammen, in jedem Werk in den Streik treten – das ist heute einfach das, was nötig ist und getan werden muss!“
Den Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz führen wir länderübergreifend – nicht in Konkurrenz zu den Kollegen in anderen Konzernen und Ländern. „Ersatzproduktion“ für Hochrüstung und Weltkriegsvorbereitung ist mit uns nicht zu machen.
Die MLPD tritt für die volle Entfaltung der gewerkschaftlichen Kampfkraft ein:
Dazu gehört:
- Gemeinsamer Kampf aller Autoarbeiter einschließlich der Zulieferer.
- Dass auch ver.di, IGBCE und andere Gewerkschaften aus diesen Bereichen den 21. September zu ihrem Kampftag machen.
- Kundgebungen und Demonstrationen in den Innenstädten unter Beteiligung breiter Teile der Bevölkerung.
- Die Organisierung des offenen Mikrofons. Dort kommen Vertrauensleute und kämpferische Arbeiterinnen und Arbeiter der verschiedenen Werke sowie die solidarische Öffentlichkeit zu Wort.