Plauen

Plauen

10.000 bei „Projekt M1llion“ – faschistisches Querfrontprojekt unter dem Deckmantel der Unabhängigkeit

Am Samstag, dem 8. August 2026, versammelten sich angeblich bis zu 10.000 Menschen in Plauen zu einer Demonstration der Initiative „Einigkeit für Deutschland / Projekt M1llion“.

Zuschrift

Organisiert von Marcel Baldauf, präsentierte sich die Veranstaltung ausdrücklich als parteiunabhängig. Fahnen und Logos von Parteien waren offiziell unerwünscht – nur Deutschlandfahnen und Friedensfahnen sollten wehen. Die Organisatoren distanzierten sich verbal von Extremismus und speziell von den Freien Sachsen.


Tatsächlich wurde hier jedoch ein klassisches Querfront-Projekt inszeniert: Progressive und soziale Forderungen dienten als Köder, um breitere Unzufriedenheit aufzufangen und in eine rechte bis faschistische Agenda zu lenken.

 

Im Zentrum stand die Forderung, dass die Merz-Regierung weg muss. Aber mit welcher Begründung? Es ist perfide, wie hier die Organisatoren fortschrittliche und reaktionäre bis faschistische Punkte scheinbar vereinen.


Zu den fortschrittlichen Forderungen gehörten unter anderem ein bundesweites 29-Euro-Ticket sowie ein Stopp der Gesundheitsreform. Gefordert wurde auch eine „direkte Demokratie“, wie es sie angeblich in der Schweiz gibt. Auch der Slogan „Wir sind das Volk“ und die Bezugnahme auf die friedliche Revolution 1989 in Plauen sollten historische Legitimität und breite Volksnähe vortäuschen.


Doch der eigentliche Kern war ein anderer. Im 11-Punkte-Plan und auf der Demo selbst standen offen reaktionäre migrationspolitische Forderungen im Vordergrund: „sofortige Ausweisung aller verurteilten, straffälligen und illegalen Migranten“, Migrationsstopp und kein Bürgergeld für Asylbewerber. Das ist die Sprache der rechten und faschistischen Szene, die unter dem Schlagwort „Remigration“ längst etabliert ist. Dominant waren schwarz-rot-goldene Fahnen – das klassische Symbol nationalistischer Inszenierung.

 

er offen faschistischen Freien Sachsen. Im Zug waren ihre typischen Fahnen des Königreichs Sachsen und Transparente der Freien Sachsen sichtbar.
Was als „unabhängige Bürgerbewegung“ verkauft wurde, war in Wahrheit eine Plattform, auf der politische Unzufriedenheit mit faschistoider Migrationsrhetorik und der offenen Beteiligung faschistischer Kräfte verschmolzen.

 

Es gab auch Gegenproteste, die mit rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht klein blieben.