Antifaschismus

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„Zentrum Automobil“ kritisiert DGB wegen antifaschistischem Widerstand gegen AfD-Parteitag

Am 4. Juli protestierten 67.000 Menschen gegen den Parteitag der AfD in Erfurt und organisierten Blockaden. Damit versuchten sie, das Zustandekommen desselben zu unterbinden. Dazu hatten auch DGB-Gewerkschaften aufgerufen, wie Ver.di und IG Metall. „Zentrum“¹ stand auf der anderen Seite der Barrikaden.

Von wb

In einem Artikel auf ihrer Homepage wird berichtet: „Als Aussteller hatten wir die Möglichkeit, unsere Gewerkschaft politischen Vertretern, zahlreichen Delegierten sowie Gästen vorzustellen und intensive Gespräche zu führen.“² Empört stellt „Zentrum“ fest: „Während sie (DGB-Gewerkschaften) versuchten, die Veranstaltung öffentlich zu delegitimieren und ihre Mitglieder zur Teilnahme an Gegendemonstrationen mobilisierten, haben wir bewusst den direkten Dialog gesucht.“

Um welchen „Dialog“ geht es „Zentrum“?

Was sich so demokratisch und „normal“ anhört, ist das Gegenteil, wie die zum Artikel gehörenden Fotos zeigen:

  • Björn Höcke vom faschistischen Flügel, der heute das Sagen in der AfD hat, reicht Zentrums-Chef Oliver Hilburger freundlich die Hand. Ihm ist die Zentrums-Delegation so wichtig, dass er Zeit für ein Gruppenfoto mit dieser findet.
  • Gruppenfoto, auch mit dem Spitzenkandidaten der AfD in Sachsen-Anhalt, der bei der bevorstehenden Landtagswahl hofft, Ministerpräsident zu werden.
  • Foto mit Irmhild Boßdorf, Mitglied im Europaparlament für die AfD. Sie hetzt gegen Migranten und setzt sich für eine harte Linie gegen Flüchtlinge und für "Remigration" ein.

Antifaschismus - „nicht Aufgabe einer Gewerkschaft“?

„Zentrum“ erhofft sich, aus der Stimmungsmache in Bild und von anderen bürgerlichen Medien gegen den antifaschistischen Widerstand in Erfurt, Verwirrung über die Aufgabe der Gewerkschaften diesbezüglich zu stiften: „Wer den Dialog durch politische Fronten ersetzt, entfernt sich aus unserer Sicht vom eigentlichen Auftrag einer Arbeitnehmervertretung und gefährdet die parteipolitische Unabhängigkeit, die viele Mitglieder von ihrer Gewerkschaft erwarten.“

 

Hier wird das Prinzip der „Überparteilichkeit“ in den Gewerkschaften, das gewährleistet, dass Arbeiter und Angestellte unterschiedlicher Weltanschauung und Parteibuch gemeinsam für ihre Rechte und Forderungen kämpfen, gegen die antifaschistische Positionierung ausgespielt.


Diese ist sozusagen für die Gewerkschaften überlebensnotwendig. So hatten die Hitler-Faschisten am 2. Mai 1933 die Gewerkschaftshäuser gestürmt und damit begonnen, Arbeiter- und Gewerkschaftsführer zu verhaften, zu misshandeln und wegzusperren.

„Zentrum: kompromisslos an der Seite der arbeitenden Bevölkerung“?

Also an der Seite der aktuell gegen den Generalangriff von VW, Mercedes oder der Regierung kämpfenden Arbeiter hat man „Zentrum“ nicht gesehen. Wofür stehen dann diese Leute?


„Deutschland braucht einen wirtschaftlichen Neustart. ... Denn ohne eine starke Wirtschaft gibt es keine sicheren Arbeitsplätze, keinen sozialen Frieden und keinen Wohlstand.“ Um nicht als Kapitalistenknechte wahrgenommen zu werden, erzählt uns auch „Zentrum“ das Märchen, dass dies zugleich gut für die Arbeitsplätze und unseren Wohlstand wäre. Und das in einer Zeit, in der VW & Co etliche Zehntausend Arbeitsplätze vernichten und Werke schließen wollen u. a. m.


Der Grund ist, dass „Zentrum“ als betrieblicher Arm der AfD eben keine Gewerkschaft ist. Als neofaschistische Betriebsorganisation sieht es vielmehr als seine Aufgabe an, dem deutschen Imperialismus den proletarischen Klassenkampf vom Hals zu halten. Dazu schafft es Verwirrung, dass es die Monopole sind, die mithilfe der Regierung den Wirtschafts- und militärischen Krieg auf dem Rücken der Massen austragen wollen. Und deshalb sind der Gegner für „Zentrum“ die Arbeiterbewegung und alle Kräfte, die für eine sozialistische Perspektive aktiv sind.


Die antifaschistische Aufklärung und Schaffung einer gemeinsamen Front dagegen muss deshalb ständiger Bestandteil im gewerkschaftlichen Kampf sein – um Arbeitsplätze, soziale Rechte oder für konsequenten Umweltschutz und Weltfrieden!