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Uneingeschränkte Solidarität mit Antideutschen?

Ich muss mich doch sehr wundern, wie unkritisch ihr im Zusammenhang mit der Zensur des Liedes “Keine Angst” von Danger Dan und Igor Levit berichet.

Auszüge aus einem Leserbrief

Einleitend schreibt ihr am 17. Juli zum Artikel „Ver.di kritisiert den ZDF-Intendanten Norbert Himmler“: “Ver.di kritisiert einen Fall von Zensur gegen antifaschistisch eingestellte Künstler, die Stellung gegen die AfD beziehen, durch das ZDF. Die Rote Fahne dokumentiert die Pressemitteilung.” Der Kampf gegen Zensur von fortschrittlichen, antifaschistischen Standpunkten muss unbedingt geführt werden. Aber ist Danger Dan ein „antifaschistisch eingestellter Künstler?“

 

Jubelnd schrieb die „Jüdische Allgemeine“ am 1. September 2024: "Die Band hatte mit ihrem Song 'Oktober in Europa' ein Statement gegen linken Antisemitismus gesetzt. Musiker Danger Dan von der deutschen Hip-Hop-Band Antilopen Gang ist ernüchtert von der Zeit seit dem Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel. ,Die ausbleibende Solidarität mit Juden und Jüdinnen in Deutschland und in Europa war enttäuschend’, sagte der 41-Jährige, der mit bürgerlichem Namen Daniel Pongratz heißt, dem ,Spiegel’. „Und die antisemitische Welle, die durch die Welt geschwappt ist, war schockierend.“ (...)

 

Im Lied "Oktober in Europa" (2024) der Band Antilopen Gang, in der Danger Dan Mitglied ist, heißt es unter anderem: „Keine Sonne auf der Sonnenallee. Du gehst mit Kippa noch nicht ma' auf die Champs-Élysées. Die Zeiten sind rau und ich weiß nicht genau, Ob ich mich trau', morgen nochmal in die Zeitung zu schau'n. Und ich dreh' meine Runden. Seit dem 07.10. will ich das Gespräch nicht mehr suchen. Überraschung: Auch Greta hasst Juden.“ Greta Thunberg als Judenhasserin zu bezeichnen, ist antideutsch erster Güte! (...)

 

Rote Fahne News hat sich ebenfalls bereits mit Danger Dan als Antideutschem auseinandergesetzt. So hieß es treffend im Artikel "Über die Kunstfreiheit" vom 21. Mai 2021: "Die Band provoziert bewusst mit ihren Texten. Auf Kritik stoßen dabei auch die ,antideutschen’ Inhalte in ihren Songtexten und Interviews. In ihrem Lied ,Baggersee’ singen sie: 'Atombombe auf Deutschland - komm wir bomben einen Krater und dann fluten wir das Loch'. Ein Bandmitglied trug bei einem Fernsehauftritt ein T-Shirt mit der Aufschrift ,I love Israel’ und sie diffamieren in vielen Interviews jede Kritik an der Politik Israels als Antisemitismus. (...)

 

Im Buch ,Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus’ von Stefan Engel gibt es ein kurzes Unterkapitel mit dem Titel ,Das reaktionäre Spiel der ,Antideutschen’. Darin heißt es: ,Mit dem Vorwurf des ,linken Antisemitismus’ versuchen sie, den wachsenden Einfluss fortschrittlicher Menschen, von Antiimperialisten und Marxisten-Leninisten auf die Bevölkerung einzudämmen und zu zersetzen. Insbesondere zielen sie darauf ab, den Zusammenschluss des palästinensischen Befreiungskampfs mit der internationalen revolutionären Bewegung zu verhindern. (…) Während sich die ,Antideutschen’ betont antifaschistisch geben, stehen ihre Ansichten vollständig in Übereinstimmung mit der imperialistischen Politik der deutschen Regierung gegenüber der imperialistischen Regionalmacht Israel.“ (...)

 

Der zensierte Song „Keine Angst“ mag aus militanter Sicht vielleicht mutig sein, wenn zum Sprayen, zum Outing von Nazis und zum heimlichen Fotografieren von Nazi-Treffen und Demonstrationen aufgerufen wird. Aber ist das der Weg, den Faschismus zu verhindern? Ausdrücklich singt Danger Dan in Strophe 2: „Ihr gründet eine Gruppe, die keinen Namen hat. Kein Gründungsdatum und auch kein Verein oder so'n Quatsch.“ Sich bewusst in einer Jugendorganisation oder in einer Partei zu organisieren, um den Faschismus zu verhindern soll „Quatsch sein“? Er singt auch mit keinem Wort davon, dass wir massenhaft Diskussionen führen müssen, um die Leute für den Kampf gegen den Faschismus zu gewinnen. (...)

 

Ja, das Lied ist antifaschistisch, aber ich finde Stefan Engels Aussage zu den Antideutschen eindeutig – und deshalb sollte man sich nicht mit Danger Dan solidarisieren, der links blinkt und scharf rechts abbiegt.