Leserbrief

Leserbrief

Porsche: Was bedeutet „Zukunftspaket“?

Zur Auseinandersetzung über das sogenannte "Zukunftspaket" unter den Kolleginnen und Kollegen bei Porsche schreibt ein Leser aus Stuttgart:

Korrespondenz aus Stuttgart
Porsche: Was bedeutet „Zukunftspaket“?
Porsche in Stuttgart (foto: Morio (CC BY-SA 3.0))

Bei den Kolleginnen und Kollegen von Porsche gibt es nach der Betriebsversammlung am 27. Juli  verschiedenste Meinungen; manchmal widersprüchliche im gleichen Kopf: Von "besser als  befürchtet" über "gemischte Gefühle, weil gute und schlechte Seiten", bis  hin zu "ich glaub denen da oben kein Wort mehr". 

 

Es muss also noch einiges durchschaut und geklärt werden, dass der Name "Zukunftspaket" für die Zustimmung zur Vernichtung von 5000 Arbeitsplätzen voll daneben ist. So haben diese "Verträge" alle eine „Ausstiegsklausel“, wenn es für den Konzern schlecht läuft (siehe VW Ende 2024). Sicher ist aber, dass die Vernichtung jedes fünften Arbeitsplatzes bei Porsche nur durch Streik verhindert werden kann – die einzig "echte" Mitbestimmung. 

 

Viele Kollegen stimmen dem zu – aber: "Wie kommen wir da hin, wer organisiert’s? Kommen wir Arbeiter gegen die Pläne von Porsche und den großen VW-Konzern an?" Mit solchen Fragen gehen die Kolleginnen und Kollegen in die Werksferien. Doch auch da bekommen sie mit, dass z. B. jetzt auch BMW 8000 Arbeitsplätze vernichten will. 


Wenn also alle Autokonzerne zum Generalangriff auf die Belegschaften übergegangen sind, dann sollten wir darauf hinarbeiten, dass alle der 170.000 Automobilarbeiterinnen und Automobilarbeiter von Mercedes, Bosch, Audi und Porsche, die in der Region Stuttgart im Umkreis von 50 km arbeiten, gemeinsam streiken! 

 

Ich denke deshalb, dass wir als "Automobiler" lernen müssen, als Arbeiter der Branche zu denken, zu kämpfen und zu streiken – auch deutschlandweit und international. Der 21. September, zu dem die IG Metall als Aktionstag die Automobil-Beschäftigten aufrufen will, muss deshalb als gewerkschaftlicher Streiktag zu einem wichtigen Schritt hin zum selbständigen branchenweiten Streik werden.