Dürre
Nächster Rekord fällt: Niedrigststand am Rhein
Der Rhein steht kurz davor, den niedrigsten bisher jemals aufgezeichneten Wasserstand zu unterschreiten. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) rechnet am Samstag mit einem neuen Negativrekord.
Der Pegel an der Messstelle Kaub bei Koblenz soll am Samstag auf 24 Zentimeter fallen. Der bisher gemessene niedrigste Wasserstand liegt bei 25 Zentimetern. Aber in Duisburg-Ruhrort könnte schon Freitag der Tiefststand unterschritten werden: Die WSV rechnet mit 152 Zentimeter, und damit der Unterschreitung des bisherigen Mindestwerts von 153 Zentimetern.
Die Auswirkungen spürt die Binnenschifffahrt ganz unmittelbar – Frachtschiffe können nur noch mit minimaler Ladung den Fluss befahren. Sie müssen so leicht, wie vertretbar sein, damit der Tiefgang der Schiffe geringer wird. Dazu sind einige Anlegestellen nicht mehr erreichbar, was sowohl den Fracht, als auch den Tourismusverkehr betrifft. Insbesondere die Folgen im Warentransport werden wir noch alle spüren, denn dadurch kommt es sehr wohl zu Engpässen in der Produktion, weil die benötigten Rohstoffe nicht rechtzeitig und in ausreichender Menge in den Produktionsstandorten ankommen. Somit werden Produkte knapper, und die Preise dann natürlich von Herstellern und Händlern kräftig nach oben getrieben werden.
Außerdem sollen wir ja auch dafür bezahlen, dass der Handel künftig weiter laufen kann, denn denn die Bundesregierung öffnet das Sondervermögen Infrastruktur für Wasserstraßen. Dieses Jahr solle nach Angaben der IHK rund 1,7 Milliarden Euro aus Steuergeldern und Krediten fließen. Doch nötig wären 2,5 Milliarden, um den Zustand der teils über hundert Jahre alten Schleusen und Anlagen zu erhalten. "Es muss genug Geld bereitgestellt werden – und das ist immer noch nicht der Fall", so ein Vertreter der IHK. Da wäre es doch eigentlich ganz vernünftig, mal die Verursacher zur Kasse zu bitten, schließlich haben sie gleich mehrere Vermögen mit der Zerstörung der Umwelt angehäuft, die zu der globalen Umweltkatastrophe geführt haben, von deren Erscheinungen die Dürre nur eine ist. Aber nein – natürlich muss das die Gesellschaft zahlen! Stattdessen erlaubt man den Monopolen den kostenlosen Zugriff auf das immer kritischer werdende Gemeinschaftsgut Wasser.
Diese bisherigen Tiefststände stammen übrigens nicht aus grauer Vorzeit, sondern aus dem Oktober 2018 – dem ersten Dürrejahr neuer Qualität in Deutschland mit einer – damals – noch ungekannt lange anhalten Hitzewelle. Dabei ist nicht nur alarmierend, wie kurz die Abstände solcher Rekorde werden, sondern vor allen Dingen, dass wir diesen neuen Rekord für 2026 schon im Juli erreichen, relativ betrachtet am Beginn der Dürre. Für die Kuratoren des Guiness-Buchs der Rekorde besteht also eine gute Hoffnung auf weitere Rekorde zum Ende des Sommers, wenn die Dürre sich voll entfalten konnte.