Ukrainekrieg

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Massive Zerstörungen: Ukrainische Drohnen greifen zivile Logistikzentren an

Es waren Angriffswellen mit jeweils hunderten Drohnen: Ab dem 17. Juli 2026 wurden die Logistikzentren und Lagerhäuser des Unternehmens „Wildberries“ zu einem Ziel für die ukrainischen Militärs. Die ukrainische Führung rechtfertigt das damit, dass bei dem privaten Unternehmen militärisch relevante Güter gehandelt und gelagert würden.

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Massive Zerstörungen: Ukrainische Drohnen greifen zivile Logistikzentren an
Eine riesige Rauchwolke steigt am 22. Juli von dem Brand des Wildberries-Logistikzentrums bei Newinnomyssk auf. (Quelle: Telegram)

Wildberries gilt als das russische Amazon – der Monopolkonzern beherrscht den Versandhandel in der gesamten Russischen Föderation und hat einen erheblichen Anteil an den Importen aus China. Das Geschäftsmodell gleicht dem von Amazon weitgehend; Wildberries sieht sich als Handelsplattform und Logistikhub für Dritthändler.

Militärisch gerechtfertigt?

Zuerst wurden die Logistikzentren in Elektrostal (Region Moskau) und Kotowsk (Region Tambow) von ukrainischen UAVs angegriffen. Die Folge waren Großbrände. Nach Angaben des Gouverneurs der Region Tambow wurden bei diesem Angriff sieben Nachtschichtarbeiter getötet und Dutzende verletzt. Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, nannte die Angriffe eine Reaktion auf russische Angriffe auf die zivile Infrastruktur und sagte auch, dass es Komponenten für die Produktion von Drohnen und Navigationsgeräten in Wildberries-Lagerhäusern gab. Damit folgt Selenskyj derselben Logik wie die russischen Imperialisten – wenn zwei das Gleiche tun, ist es eben noch lange nicht dasselbe…

 

… wobei das durchaus nicht alle so sehen. „Gezielte Angriffe auf die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur sind ein Kriegsverbrechen nach dem humanitären Völkerrecht", sagte ein Vertreter des Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte bei einer Pressekonferenz in Genf gegenüber russischen Medien und bewertete die Frage damit ziemlich eindeutig.

Mindestens neun Lager in einer Woche zerstört

Dann wurden am 20. Juli 2026 der Logistikkomplex in Koledino (Stadtbezirk Podolsk, Region Moskau) zerstört. Am 22. Juli 2026 folgten Logistikzentren des Unternehmens in Krasnodar und Nevinnomyssk (Stavropol-Territorium). Am 24. Juli 2026 folgten die Logistikzentren der Firma in der Nähe von St. Petersburg und der Krim – somit wurden mindestens neun Zentrallager des Unternehmens innerhalb einer Woche weitgehend oder vollständig zerstört und der Warenbestand vernichtet.

 

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Die Logistikzentren und Lager in St. Petersburg stehen am 24. Juli in Flammen. (Quelle: X)

 

Die entstehenden Brände sind gewaltig – in Krasnodar mussten 105 Einsatzkräfte und über 37 Fahrzeuge sowie ein Hubschrauber eingesetzt werden, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Dort wurden zehn Arbeiter verletzt; drei von ihnen befanden sich in kritischem Zustand, einer war schwer verletzt. In den Wildberries-Lagerhallen im Dorf Nowosaratowka bei St. Petersburg wurden drei Arbeiterinnen und Arbeiter mittelschwer verletzt.

Opfer sind Arbeiterinnen und Arbeiter

Die meisten unmittelbaren Opfer dieser Angriffe sind die Arbeiterinnen und Arbeiter, die Tote und Verletzte zu beklagen haben. Und: Bei Wildberries leiden sie unter ähnlich scharfer Ausbeutung und schlechten Bedingungen wie bei Amazon – auch von daher ist der Vergleich treffend. Nach der Evakuierung des Lagers in Elektrostal berichten sie, es sei zu Verstößen bei der Sicherheit gekommen, was Wildberries (natürlich) dementiert. Weitere berichten, dass Wildberries ihnen den Lohn nicht weiter zahlt, nachdem die getroffenen Lager den Betrieb unterbrechen mussten. Auch Verkäufer wollte Wildberries für die Verluste erst nicht entschädigen und verwies darauf, dass die Versicherung Terrorismus beziehungsweise Angriffe mit Drohnen nicht abdecke. Mittlerweile hat der Konzern allerdings zumindest den Verkäufern Entschädigungen zugesagt – aber eher als Kulanz denn als Rechtsanspruch. Und nicht etwa in Rubeln, sondern als Gutschriften.

 

Die russische Zivilbevölkerung leidet unter diesen Angriffen allerdings mehrfach – die Preise für Waren werden weiter ansteigen, aber vor allen Dingen entstehen bei diesen riesigen Bränden gewaltige Mengen giftiger chemischer Verbindungen, deren genaue Zusammensetzung und Toxizität völlig unbekannt ist. Darunter werden die Menschen in den betroffenen Regionen noch viele Jahre nach dem Krieg zu leiden haben. Die Kosten, diese Umweltverbrechen wieder aufzuheben, sind gewaltig.