Köln
Lesegruppe zu „Neue Perspektiven für die Befreiung der Frau!“
Am Buch „Neue Perspektiven für die Befreiung der Frau – eine Streitschrift“ von Monika Gärtner-Engel und Stefan Engel beobachte ich verstärktes Interesse.
Einige Exemplare konnte ich als People-to-People-Agentur verkaufen und schnell war klar: Das Buch will frau nicht alleine lesen, sondern sich gemeinsam mit anderen erarbeiten. Flugs machte eine Interessentin einen kleinen Flyer für eine Lesegruppe. Schließlich gibt es viel zu klären, der Bedarf an Austausch ist sehr groß: Was sind denn die Ursachen für die Gewalt bis ins Netz? Warum wird so viel auf die Familien abgewälzt? „Ich stelle als Mutter mittlerweile diese Familienkonstellationen und meine Rolle infrage bzw. hinterfrage sie: Muss das alles so sein?“ Und sind wir „Feministinnen“, wenn wir für die Befreiung der Frau kämpfen?
Die Lesegruppe trifft sich alle zwei Wochen für zwei Stunden, wir lesen Abschnitt für Abschnitt reihum und klären die Fragen. Die Runde ist bunt zusammengesetzt: Studentinnen, eine Mutter, eine Arbeiterin, mal kam eine Rentnerin, Männer sind auch willkommen. Man kann mitmachen, ob Mitglied in der MLPD, in der Frauenbewegung aktiv oder (noch) nicht.
Neue Perspektiven für die Befreiung der Frau - Eine Streitschrift
337 Seiten
ab 12,99 €
Als Einstieg hat sich unserer Erfahrung nach bewährt: Erwartungen der Teilnehmmerinnen und Teilnehmer reihum nennen, Erfahrungen aus bestehenden Lesegruppen zur Methode aufgreifen, Klappentext und Vorwort lesen, dann Inhaltsverzeichnis und den Aufbau des Buchs. Wir nehmen uns außerdem immer Zeit, eigene Erfahrungen mit dem Gelesenen zu durchdringen, uns den wissenschaftlichen Text zu erkämpfen. So gab es schon einige „Aha-Erlebnisse“: „Ich verstehe den kleinbürgerlichen Feminismus so: Er führt zu einer lähmenden Diskussion um das Individuum – das habe ich bei FFF schon erlebt: Plötzlich steht der Kauf der Bambuszahnbürste im Zentrum, statt den Kapitalismus in die Schusslinie zu nehmen!“
Kleines Aufatmen, als wir den ersten Abschnitt abgeschlossen haben „Produktion und Reproduktion des unmittelbaren Lebens als fundamentales Gesetz der Entwicklungsgeschichte der Menschheit“. Als Leiterin des Lesekreises stimme ich zu: „Dass das erstmal ein Brocken war, ist kein Wunder: immerhin geht es um nicht weniger als ein fundamentales Gesetz der Entwicklungsgeschichte der Menschheit.“ Daraufhin eine Teilnehmerin sehr glücklich: „Ich habe viele Freundinnen, die unzählige Frauenbücher lesen – da geht’s ständig um die Gefühle. Das Ergebnis ist, dass sie alle nach dem Lesen stinksauer sind: auf die Männer. Sie treten sie auf der Stelle und kommen nicht vorwärts.“
Hier im Buch "Neue Perspektiven für die Befreiung der Frau" geht es dialektisch-materialistisch zu: Die gesellschaftlichen Grundlagen für die besondere Ausbeutung und Unterdrückung der Frau im Kapitalismus. Fundierte Kapitalismuskritik ist eine wichtige Grundlage zur Höherentwicklung des breit erwachenden Frauenbewusstseins.
Das Buch kann bestellt werden bei people-to-people.de, kostet auf deutsch 16,50 Euro, es ist aber auch in vielen anderen Sprachen erhältlich, unter anderem in Englisch, Französisch, Spanisch, Türkisch