Debatte um Merz-Ablösung
Kanzlerdämmerung in Berlin?
In der CDU mehren sich die Stimmen, die auf eine Ablösung von Bundeskanzler Friedrich Merz drängen. Vordergründig geht es vor allem um sein katastrophales Management der Kabinettsumbildung.
Nach dem Rücktritt von Jens Spahn als Fraktionschef folgten chaotische Tage: ein geschasster Verkehrsminister, der keinen Nachfolger hatte; ein entlassener Staatssekretär, mit dem Merz nicht einmal sprach; autokratische Entscheidungen durch Merz. Der Unmut in mehreren Landesverbänden ist massiv – besonders im Osten und in Rheinland-Pfalz. Merz musste Fehler einräumen, doch der „gewaltige Frust“ an der Basis ist nicht verflogen.
Der eigentliche Hintergrund ist tiefer. Merz und seine volksfeindliche Politik werden von den Massen immer stärker abgelehnt. In aktuellen Umfragen (Juli 2026) sind nur noch 13 bis 18 Prozent der Befragten mit seiner Arbeit zufrieden, 75 bis 85 Prozent unzufrieden – Rekordtiefwerte für einen amtierenden Kanzler. Die Union stagniert bei 21 bis 22 Prozent, die faschistische AfD liegt klar davor. Selbst unter Unionsanhängern ist die Zustimmung gespalten.
Gleichzeitig wächst die Kritik aus den Monopolverbänden. Der BDI-Präsident Peter Leibinger meckerte unlängst: „Stückwerk reicht nicht aus.“ Er fordert ein noch weitergehendes Gesamtpaket an Angriffen auf die Massen. Die Regierung müsse endlich „liefern“.
Die CDU sorgt sich um einen weiteren Absturz bei den anstehenden Landtagswahlen. Spekuliert wird bereits offen, dass Merz nach verlorenen Ost-Wahlen – oder sogar davor – gehen muss. Drei gewichtige CDU-Regierungschefs würden genügen, um ihn zum Rücktritt zu drängen. Ein Kanzlerwechsel gilt inzwischen in der Union als realistisches Szenario.
Das würde die sich vertiefende latente politische Krise offen ausbrechen lassen. Es zeigt, wie dünn das Eis für die Herrschenden geworden ist.
Umso wichtiger ist es, die großen Sozialproteste am 26. September vorzubereiten – gegen die Ausbeutungsoffensive von Staat und Monopolen.