Krieg im Mittleren Osten
Iranfront: USA greifen Wasserversorgung im Süden des Iran an
Die US-Angriffe in der Nacht von Montag auf Dienstag haben wiederholte Drohungen des faschistischen US-Präsidenten Trump wahr gemacht: 18 Einrichtungen, darunter Meerwasserentsalzungsanlagen, wurden in der Provinz Hormusgan angegriffen. Zehn Anlagen sollen bei den Luftangriffen vollständig zerstört worden sein.
Gleich zu Beginn der Angriffe wurde die Meerwasserentsalzungsanlage auf der Insel Gheschm durch die Angriffe außer Betrieb gesetzt. Alleine mit diesem Anschlag wird die Wasserversorgung von etwa 120 000 Menschen gefährdet – das ist ein eindeutiges Kriegsverbrechen, und es kam mit Ansage. In weiten Teilen des Iran ist die Versorgungslage durch den Krieg ohnehin schlecht, dazu kommt die Unterdrückung durch das verhasste Regime in Teheran. Von Wassermangel wurde schon vorher berichtet – wir verurteilen auf das Schärfste den Angriff auf die Wasserversorgung der Zivilbevölkerung, insbesondere in dieser von Hitze und Trockenheit stark betroffenen Region mitten im Sommer!
Iran: Gespräche mit Oman und Saudi-Arabien über Straße von Hormus, nicht USA
Am Montag hatten Vertreter des iranischen Regimes erklärt, aktuell keine Verhandlungen mit den USA zu führen. Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei bestritt auch, dass um neue Verhandlungen mit den USA gebeten wurde. Dies seien "Erfindungen, die die Gegenseite von Zeit zu Zeit in Umlauf bringt". Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat nach Berichten des iranischen Staatsfernsehens allerdings Gespräche mit den Außenministern von Oman und Saudi-Arabien Gespräche über die Straße von Hormus geführt. Ziel sei, gegen die US-Aggression die Lage in der Handelsstraße wieder zu stabilisieren.
Gemischte Signale und eine blockierte Straße
Ebenfalls am Montag hatten die Vertreter des iranischen Regimes erklärt, Angriffe aussetzen, solange die USA ihre Attacken unterbrechen, nachdem das US-Militär zwei Nächte in Folge keine Angriffe geflogen hatte. Die Position Irans laute "Angriff für Angriff". Diese Botschaft sei den USA bereits übermittelt worden. Parallel hatte der iranische Armeesprecher Amir Akraminia mit einer Ausweitung des Kriegsgebiets gedroht, falls die USA ihre Luftangriffe fortsetzen sollten. Er verwies auf die jemenitischen Huthi-Miliz und deren Angriffe auf Schiffe im Roten Meer – das ist eine kaum verdeckte Drohung, nach der Straße von Hormuz auch die Meerenge von Bab al-Mandab zu sperren und damit den Suezkanal zu blockieren, die wichtigste Handelsstraße weltweit.
Dann stoppten die Revolutionsgarden nach eigenen Angaben sechs Handelsschiffe vor einer Durchfahrt durch die Straße von Hormuz. Am selben Tag versuchte offenbar ein Tanker noch unbekannter Herkunft die Blockage zu durchbrechen. Das Schiff schaltete sein Radar ab, wich vom Kurs ab – und lief auf eine Seemine, woraufhin es explodierte. Bislang ist das Schicksal der Besatzung nicht bekannt.
Planen die USA eine Bodenoffensive?
Laut „gut informierter“ Quellen des pakistanischen Geheimdienstes soll Donald Trump entgegen der Warnungen seines eigenen Militärs mit einer begrenzten Offensive iranische Küstenregionen einzunehmen planen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen in Islamabad erfahren haben will. Der pakistanische Geheimdienst schlussfolgert dies aus „militärischen Beobachtungen“.
Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, erklärte jedenfalls US-Fernsehsender CBS News, zusätzliche Kapazitäten würden in die Region verlegt - genauere Angaben machte er allerdings nicht. Schon vor einer Woche hatten US-Medien berichtet, dass weitere Kampf- und Tankflugzeuge in die Region verlegt werden würden. Eine Bodenoffensive würde den Krieg noch weiter zuspitzen. Damit würde eine Kampagne losgetreten, die auf absehbare Zeit keine der beiden Seiten gewinnen könnte. Die Versuchung, unter solchen Umständen Massenvernichtungswaffen einzusetzen, um eine Lösung zu erzwingen, ist bei imperialistischen Regierungen dann sehr, sehr groß.