USA
Im Nachgang zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli
In einem Brief Ende November 1864 gratulierte Karl Marx im Auftrag der Internationalen Arbeiterassoziation Abraham Lincoln, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, zu seiner Wiederwahl.
In dem Brief schreibt er unter anderem: „Die Arbeiter Europas sind von der Überzeugung durchdrungen, daß, wie der amerikanische Unabhängigkeitskrieg eine neue Epoche der Machtentfaltung für die Mittelklasse einweihte, so der amerikanische Krieg gegen die Sklaverei eine neue Epoche der Machtentfaltung für die Arbeiterklasse einweihen wird. Sie betrachten es als ein Wahrzeichen der kommenden Epoche, daß Abraham Lincoln, dem starksinnigen, eisernen Sohn der Arbeiterklasse, das Los zugefallen ist, sein Vaterland durch den beispiellosen Kampf für die Erlösung einer geknechteten Race und für die Umgestaltung der sozialen Welt hindurchzuführen.“ (Marx-Engels Werke Band 16, Seite 19)
Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und den Krieg zur Abschaffung der Sklaverei würdigte er als Meilensteine einer fortschrittlichen Tradition. 250 Jahre nach der Unabhängigkeit sind die USA nun schon seit Jahrzehnten der Hauptkriegstreiber auf der Welt. In der aktuellen Entwicklung ist das amerikanische Finanzkapital einer der hauptsächlichen Motoren der Tendenz zu Faschismus und Krieg.
Unübersehbar wächst aber auch der Widerstand dagegen, wachsen die Keime der Einheitsfront gegen Krieg und Faschismus. Diese wird die positiven Traditionen der Arbeiterbewegung, des antiimperialistischen Kampfes, des Kampfes gegen Sklaverei und Apardheit in sich aufnehmen. Der Widerspruch dieser Richtungen zeigte sich auch an diesem 4. Juli. In der dekadenten Selbstbeweihräucherung Trumps, im Aufmarsch von Faschisten, die ein Amerika nur für Weiße forderten. Und in den Protesten dagegen. Auf Schildern war zu lesen: „Erklärt die Unabhängigkeit von den Milliardären“ „Wir werden die Unabhängigkeit feiern, wenn wir wieder ein freies Land haben.“