Der Countdown in die kapitalistische Barbarei
Erdüberlastungstag 2026
Donnerstag, 30. Juli: Ab heute lebt die Menschheit ökologisch auf Pump.
Korrespondenz aus Duisburg
Der Erdüberlastungstag markiert diesen Tag. Ab jetzt sind die jährlich regenerierbaren Ressourcen der Erde aufgebraucht. Rechnerisch bräuchte die Menschheit 1,73 Erden. Läge der deutsche Verbrauch weltweit zugrunde, wäre der Tag schon am 10. Mai erreicht gewesen. Mehr dazu hier.
Der Erdüberlastungstag ist kein Naturphänomen. Er ist auch keine jährliche Wettermeldung. Er ist eine Zählweise in die kapitalistische Barbarei. Jedes Jahr rückt das Datum vor. Jedes Jahr wächst die Lücke zwischen dem, was die Erde hergibt, und dem, was das System verbraucht. Das ist das Ergebnis einer Produktionsweise, die auf Wachstum um des Wachstums willen beruht. Sie frisst die eigene Substanz auf.
Genau diesen Zusammenhang blendet die bürgerliche Berichterstattung aus. Der Tag wird als moralischer Weckruf verkauft. Dazu gibt es Tipps zum persönlichen Fußabdruck. Selten wird er mit den politischen Entscheidungen derselben Wochen verbunden. Ein Beispiel liefert der Kalender gleich mit: Während der Erdüberlastungstag Schlagzeilen macht, baut Wirtschaftsministerin Katherina Reiche die fossile Kraftwerksleistung massiv aus. So stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr.
Der Erdüberlastungstag ist kein Naturphänomen. Er ist auch keine jährliche Wettermeldung. Er ist eine Zählweise in die kapitalistische Barbarei. Jedes Jahr rückt das Datum vor. Jedes Jahr wächst die Lücke zwischen dem, was die Erde hergibt, und dem, was das System verbraucht. Das ist das Ergebnis einer Produktionsweise, die auf Wachstum um des Wachstums willen beruht. Sie frisst die eigene Substanz auf.
Genau diesen Zusammenhang blendet die bürgerliche Berichterstattung aus. Der Tag wird als moralischer Weckruf verkauft. Dazu gibt es Tipps zum persönlichen Fußabdruck. Selten wird er mit den politischen Entscheidungen derselben Wochen verbunden. Ein Beispiel liefert der Kalender gleich mit: Während der Erdüberlastungstag Schlagzeilen macht, baut Wirtschaftsministerin Katherina Reiche die fossile Kraftwerksleistung massiv aus. So stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr.
Ab September werden zwölf Gigawatt neue Gaskraftwerke ausgeschrieben. Batteriespeicher haben dabei kaum eine Chance. Die Anlagen laufen mindestens fünfzehn Jahre. Fast alle mit Erdgas.
„Wasserstofffähig“ sind sie nur auf dem Papier. Bezahlt wird das über die Stromrechnung: bis zu drei Milliarden Euro jährlich ab 2031.
Die Investoren erhalten eine feste Vergütung schon fürs bloße Bereitstehen. Das ist ein Geschäft ohne Risiko. Finanziert von denen, die ohnehin unter hohen Energiepreisen leiden.
In den Medien laufen beide Meldungen getrennt. Hier der Erdüberlastungstag als Charity-Thema. Dort die Kraftwerksstrategie als Fachfrage der Energiepolitik. Dass beides derselben Logik folgt, bleibt unausgesprochen: der Unterordnung jeder Entscheidung unter das Renditekalkül.
Das Global Footprint Network benennt selbst den größten Hebel. CO₂-Emissionen machen sechzig Prozent der Berechnung aus. Ein höherer Preis brächte 63 Tage Verschiebung. Was aus solchen Modellrechnungen in der Praxis wird, zeigt dieselbe Kraftwerksstrategie. Konzerne erkämpfen sich Ausnahmen und Übergangsfristen. Gleichzeitig werden neue fossile Anlagen für Jahrzehnte gebaut. Ein Preis auf Kohlenstoff ändert nichts daran, wer über Energieinfrastruktur entscheidet. Solange das private Konzerne sind, planen sie nach Rendite. Nicht nach Klimazielen.
Auch die Aufrüstung frisst Klimaziele. Milliarden fließen in die Kriegswirtschaft. Für den Umbau der Energieversorgung fehlt angeblich das Geld. Beides folgt derselben Priorität: der Sicherung von Profit und Herrschaft, nicht der Rettung der Lebensgrundlagen.
In den Medien laufen beide Meldungen getrennt. Hier der Erdüberlastungstag als Charity-Thema. Dort die Kraftwerksstrategie als Fachfrage der Energiepolitik. Dass beides derselben Logik folgt, bleibt unausgesprochen: der Unterordnung jeder Entscheidung unter das Renditekalkül.
Das Global Footprint Network benennt selbst den größten Hebel. CO₂-Emissionen machen sechzig Prozent der Berechnung aus. Ein höherer Preis brächte 63 Tage Verschiebung. Was aus solchen Modellrechnungen in der Praxis wird, zeigt dieselbe Kraftwerksstrategie. Konzerne erkämpfen sich Ausnahmen und Übergangsfristen. Gleichzeitig werden neue fossile Anlagen für Jahrzehnte gebaut. Ein Preis auf Kohlenstoff ändert nichts daran, wer über Energieinfrastruktur entscheidet. Solange das private Konzerne sind, planen sie nach Rendite. Nicht nach Klimazielen.
Auch die Aufrüstung frisst Klimaziele. Milliarden fließen in die Kriegswirtschaft. Für den Umbau der Energieversorgung fehlt angeblich das Geld. Beides folgt derselben Priorität: der Sicherung von Profit und Herrschaft, nicht der Rettung der Lebensgrundlagen.
Der Erdüberlastungstag ist das Messinstrument einer Produktionsweise, die sich selbst auffrisst. Konzerne und ihre Wirtschaftsministerin lösen dieses Problem nicht. Sie verwalten es im Interesse der Gas- und Energiekonzerne. Nur eine Gesellschaft, die die Energieinfrastruktur vergesellschaftet und die Produktion nach dem Einklang mit der Natur ausrichtet, kann die zerstörte Einheit von Mensch und Natur wiederherstellen. Das ist die Systemfrage, die hinter jedem Erdüberlastungstag steht: Untergang in der kapitalistischen Barbarei oder Sozialismus als Kampf um die Wiederherstellung dieser Einheit.