Frankreich

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Brände, wie sie noch nie aufgetreten sind

Die Brände in bisher in Frankreich nie aufgetretenem Ausmaß halten alle in Atem. Die Lage bleibt brisant, sie ist noch nicht unter Kontrolle.

Korrespondenz
Brände, wie sie noch nie aufgetreten sind

Riesige Rauchwolken überziehen den Süden Frankreichs, auch an der Dordogne bei Souillac liegt an mehreren Tagen immer wieder ein Rauchgeruch in der Luft - das lässt ahnen, wie schlimm die Situation erst in den unmittelbar betroffenen Gebieten sein muss.

 

Berichtet wird, dass das Feuer sich zu einem Feuertornado entwickelt hat, eine Feuerwolke, die eigene Wetterbedingungen erzeugt, in der unvorhersehbare Winde herrschen und Blitze die Glut am Boden neu entfachen. 55.000 Hektar in Gironde und Landes sind vom Feuer verwüstet, seit Mittwoch mussten 220.000 Menschen ihre Wohnung verlassen, Radio Süd berichtet am 27. Juli von 55.000 weiteren Evakuierungen im Becken von Arcachon. 13.000 Unternehmen wurden in der Gironde evakuiert, die Arbeit wurde vorübergehend vielerorts eingestellt.

 

Eine enorme Welle der Solidarität hat sich entwickelt für die Unterstützung und Versorgung der Einsatzkräfte und der Evakuierten, städtische Räume werden zu Aufnahmezentren, Junge und Ältere sind von früh bis spät auf den Beinen, um zu helfen.

 

Besondere Brisanz hat die Nähe der Brände zum verstreuten Netz von Rüstungsbetrieben im Westen von Bordeaux. Die ArianeGroup hat hier u.a. vier Standorte, zwei in Saint-Médard-en-Jalles, einer evakuierten Gemeinde, die sich insbesondere auf die Beladung mit Treibstoff (hochbrennbares Produkt für den Antrieb) von ballistischen Raketen M51 spezialisiert haben, sowie einen in Haillan, einer Gemeinde, die ebenfalls evakuiert wird und insbesondere Triebwerke für die Trägerrakete Ariane 6 herstellt. Dort liegen noch weitere Werke der Rüstungsindustrie, die Gefahr für Mensch und Umwelt in dieser Situation drastisch erhöhen.