Kampf um jeden Arbeitsplatz
Audi Neckarsulm – Wechsel an der Spitze
Während die Kolleginnen und Kollegen bei Audi in Neckarsulm und ihre Familien über die Schließungspläne für das Werk große Sorgen umtreiben, wächst trotz massiver Unterdrückungsversuche der Widerstandswille.¹
An der Konzernspitze gibt es bereits umfangreiche Auswechslungen. Rein zufällig?
Der bisherige Werksleiter, Fred Schulze, wechselte bereits zum 1. Juli nach China. Dort übernimmt er eine Schlüsselrolle in einem Joint Venture, einem engen Zusammenschluss mit dem chinesischen Elektroautobauer SAIC.
Da braucht er sich auch nicht mehr für die Beruhigungspillen zu rechtfertigen, die er noch im Juni in Interviews verteilt hatte, als die Schließungsabsichten ruchbar wurden. „Wir werden auch in fünf Jahren in Neckarsulm erfolgreich Autos bauen“,² tönte er.
Was kümmert so jemanden auch sein Geschwätz von gestern.
Er hat ja einen „kompetenten“ Nachfolger als Werksleiter gerade noch begrüßen können: Thomas Bogus soll ab September den Job übernehmen. Auch der hat bereits auf der Karriereleiter des Audi-Spitzenmanagements etliche Sprossen absolviert.
Seine wichtigste „Kompetenz“ hat er mit der Verantwortung für die Schließung des Audi-Werks in Brüssel unter Beweis gestellt. Dort hatten 6000 Beschäftigte Ende Februar 2025 ihre Arbeits- und Ausbildungsplätze verloren. Mit Abfindungen wurde für Stillhalten gesorgt, immer wieder angekündigte Investoren³ blieben aus.
Nun tritt Thomas Bogus „mit Tatendrang“ seinen Job in Neckarsulm an. Ein Strich durch die Rechnung ist ihm zu wünschen.