Leserbrief

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Antifaschismus: Keine Solidarität mit Danger Dan, aber Kritik an der Zensur

Im gestrigen Leserbrief "Uneingeschränkte Solidarität mit Antideutschen?" zu den bisherigen Veröffentlichungen über die Zensur des Lieds "Keine Angst" in der Sendung "Die Anstalt" durch einen Intendanten des ZDF wird die Frage aufgeworfen, und und inwieweit man sich mit Antideutschen solidarisieren darf. Die Rote-Fahne-Redaktion antwortet hier auf diesen Brief.

Rote-Fahne-Redaktion

>>> Hier kann man den Leserbrief lesen <<<

 

Danke Dir für Deine Kritik. Du zeigst darin zu Recht auf, was noch nicht gesagt wurde, gehst aber unserer Auffassung nach dann zu weit, wenn Du die sich daraus ergebende Frage zur Haupseite erklärst:

Ist Danger Dan ein Antideutscher?

Daniel Pongratz alias „Danger Dan“ ist Mitglied der Band „Antilopen Gang“, aber tritt nicht nur im Zusammenhang mit der Band auf. Das aktuelle Lied „Keine Angst“ und sein geplanter Auftritt im ZDF erfolgten unabhängig von der Band. Sein konkreter Anteil an der Entstehung des im April 2024 erschienenen und eindeutig antideutschen Songs „Oktober in Europa“ der „Antilopen Gang“ ist nicht bekannt, aber er singt die dritte Strophe und hat sich, soweit uns bekannt, nie von den Inhalten des Songs distanziert. Tatsächlich haben sich sowohl „Danger Dan“, als auch der an der geplanten Aufführung im ZDF beteiligte Pianist Igor Levit immer wieder „israelsolidarisch“ positioniert. Soweit wir also wissen, sind beide Antideutsche beziehungsweise Zionisten.

 

Du sagst nun, deswegen dürfe man sich nicht uneingeschränkt mit "Danger Dan" solidarisieren. Das haben wir aber nicht getan.

Keine Solidarität mit Danger Dan, aber Kritik an der Zensur gegen antifaschistische Botschaften

In der konkreten Frage ist es notwendig, sich gegen die Zensur zu positionieren, denn die Zensurmaßnahme richtet sich gegen die Implikation antifaschistischen Widerstands. Danger Dans sonstige Positionen sind keinesfalls Thema bei den Zensoren, und in der öffentlichen Debatte ist das die bestimmende Diskussion. Deswegen ist unsere bisherige Positionsnahme nicht falsch: Wir positionierten uns zu der konkreten Situation – wir haben durch die bisherigen Veröffentlichungen Dritter (ver.di und Linkes Forum) keine Solidarität mit „Danger Dan“ erklärt, sondern übernahmen die Kritik an der Entscheidung zur Zensur (die dem ZDF weder formal noch überhaupt zusteht) und nehmen Bezug auf das Lied "Keine Angst" selbst.

 

Unter Linken wird wegen ihrer antideutschen und zionistischen Positionen sehr wohl die Debatte geführt, ob man so jemanden (auch nur implizit) unterstützen darf, und an Deiner Kritik ist richtig, dass diese Debatte von uns nicht geführt wurde. In einem eigenen Artikel hätten wir auch auf "Danger Dans" sonstige Positionen eingehen und klarstellen können, dass es in der Hauptseite richtig ist, die Zensur antifaschistischer Inhalte anzugreifen, während diese Unterstützung gleichzeitig keinesfalls als Freispruch antideutscher Hetzer verstanden oder genutzt werden darf.

 

Du schreibst ansonsten noch: „Er singt auch kein mit keinem Wort davon, dass wir massenhaft Diskussionen führen müssen um die Leute für den Kampf gegen den Faschismus zu gewinnen.“ Das ist richtig. Allerdings erklärt die Stellungnahme des Linken Forums ausdrücklich, dass die in dem Lied beschriebene antifaschistische Arbeit nicht genügt und dass wir eine breite Einheitsfront gegen den Faschismus brauchen.