Lage eskaliert

Lage eskaliert

Verheerende Waldbrände entwickeln sich zum Inferno

Die Lage in den Waldbrandgebieten in Spanien und Frankreich eskaliert weiter. Regionalpräsidentin Isabel Diaz Ayuso spricht von den „schlimmsten Bränden in der Geschichte“ der Region Madrid. Immer mehr Brände verschmelzen zu einem Großfeuer.

Von dr
Verheerende Waldbrände entwickeln sich zum Inferno
Grafik: shutterstock_2264218461

Rote Fahne News berichtete gestern über die dramatische Entwicklung.

 

Der Himmel über Madrid ist orange, es riecht nach Rauch und auf dem Boden sammelt sich Asche. Auch Frankreich hat Brände in diesem Ausmaß noch nie erlebt. Sie weiten sich immer mehr aus. Zehntausende leben in Notunterkünften. Im Großraum Bordeaux verteilen die Behörden FFP2-Masken, um Einsatzkräfte und Bevölkerung vor gesundheitsschädlichen Rauchpartikeln zu schützen. Über 50 Feuerwehrleute sind schon verletzt oder erlitten Kohlenmonoxidvergiftungen.

Eine Entspannung ist nicht in Sicht

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez spricht von Klimanotstand. Normalerweise ist der September der kritische Monat in Bezug auf Waldbrände. Es brennt aber schon seit Monaten in erhöhter Intensität, Dabei steht ein guter Teil des Sommers noch bevor. In Spanien, Italien, Griechenland und der Türkei spitzt sich die Hitzelage weiter zu. Ein kräftiges Hochdruckgebiet baut sich über Mitteleuropa auf und bringt heiße Luft aus Nordafrika. In Andalusien werden 49 Grad erwartet. Das Mittelmeer erreicht stellenweise schon 30 Grad. Es liefert enorme Energiemengen für künftige kräftige Gewitter und mediterrane Wirbelstürme. Die anhaltende Hitze verschärft die Trockenheit und die schnelle Brandausbreitung.

Neue Qualität der Brände

Bis zum Beginn der Großbrände in Spanien und Frankreich verbrannten in Europa schon 254.000 Hektar Wald. Das entspricht 356.000 Fußballfeldern oder der Fläche des Saarlands. Dies übersteigt den Durchschnitt der letzten zwei Jahrzehnte deutlich. Das Buch „Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen!“ kennzeichnet Waldbrände als einen neuen Hauptfaktor der globalen Umweltkatastrophe. Menschen verlieren dabei ihr Leben und ihre Lebensgrundlage oder leiden anschließend an chronischen Krankheiten. Megabrände erzeugen eigene Wetterbedingungen, die das Feuer immer wieder von Neuem entfachen. Sie beschleunigen das Artensterben, schädigen den Wasserkreislauf und sie heizen durch den massiven CO2-Ausstoß die Klimakatastrophe an.

Feuerwetter und Brandursachen

Laut Europäischem Waldbrand-Informationssystem (EFFIS) lösen Menschen 90 Prozent aller Waldbrände von Menschen aus – durch grobe Fahrlässigkeit oder kriminelle Absicht. Letztere oft, um neue Baugebiete für Tourismus zu erzwingen. Nur rund 10 Prozent sind auf natürliche Ursachen wie Blitzeinschläge zurückzuführen. Ohne die Erderhitzung in der voranschreitenden globalen Klima- und Umweltkatastrophe würde aber ein leichtsinniges Grillfeuer und eine weggeworfene Zigarette kein Inferno auslösen. Den Stoff für Brände liefert die Natur selbst. In Spanien ließ ein ungewöhnlich regenreicher Winter und ein feuchtes Frühjahr Gräser, Sträucher und Unterholz wachsen. Nach mehreren Hitzewellen und Wochen ohne Regen ist die Vegetation ausgetrocknet und wirkt wie Zunder. Die Hitze dörrt Boden und Pflanzen weiter aus. Historische Ernteverluste treffen die Bauern. Hohe Temperaturen, zu wenig Feuchtigkeit und starke Winde zusammen ergeben das gefährliche „Feuerwetter“.

Ultrarechte und Faschisten boykottieren Prävention

In Spanien kritisieren Experten, Umweltverbände und Forstleute, dass Prävention und Waldmanagement massiv vernachlässigt werden. Dazu gehört, das Unterholz zu durchforsten, trockenes Gestrüpp zu entfernen und brandgefährdete Wälder umzubauen. Durch die Landflucht wächst Buschwerk, das früher Hirten und Bauern im Zaum hielten. In Frankreich sind es stillgelegte Weinberge. In Regionen in Spanien, wo die ultrarechte Partido Popular (PP) mit Faschisten (VOX) regiert, hat sie öffentliche Ausgaben für den Brandschutz als „Geldverschwendung“ gestrichen. Winterbrigaden zum Aufräumen der Wälder wurden eingespart, Feuerwehrleute im Sommer zum Arbeitsamt geschickt.

Die Ursachen und Verursacher angehen!

Die globale Klimakatastrophe ist die wesentliche Ursache der Zunahme und neuen Qualität der Brände. Brandrodung und Austrocknung der Moore, Dürren und extreme Winde befeuern die globale Klimakatastrophe. Die enormen CO2-Emissionen durch Verbrennung fossiler Energieträger (2024 38,1 Gigatonnen) heizen die Atmosphäre, Böden und Meere an. Rußpartikel verstärken das Schmelzen des arktischen Eises, das Auftauen der Permafrostböden und die Ausdehnung der Ozonlöcher. 2026 verspricht wieder eines der heißesten Jahre zu werden. Weltweit stieg die Durchschnittstemperatur von 1881 bis 2024 um 1,55 Grad, in Europa sogar um 2,5 Grad. Kein Wunder, dass sich hier ein Hotspot extremer Wetterlagen und von Waldbränden entwickelt. Eine Herausforderung für die Arbeiterklasse und Massen, den Umweltkampf zu verstärken und den Verursachern der globalen Umweltkatastrophe in den Bank- und Monopolzentralen die Verfügung über die Welt zu entziehen.