Porsche

Porsche

Aufsichtsrat für Vernichtung von 9.000 Arbeitsplätzen

Der Aufsichtsrat der Porsche AG hat am 22. Juli dem sogenannten „Zukunftspaket" seine Unterstützung zugesagt. Medienberichte (Manager Magazin, Bild, FAZ, Reuters) sprechen übereinstimmend von weiteren 5.000 bis 6.000 Stellen, die bis 2035 vernichtet werden sollen – vor allem in Zuffenhausen und Weissach.

Zuschrift

Damit verdoppelt sich der bisherige Stellenabbau nahezu. Bereits zuvor waren rund 1.900 Stellen bis 2029, das Auslaufen von etwa 2.000 befristeten Verträgen sowie die Schließung von drei Tochterfirmen mit über 500 Jobs beschlossen oder umgesetzt. Zusammen mit dem neuen Paket droht eine Vernichtung von rund 9.000 Arbeitsplätzen. Bei einer Belegschaft von über 27.000 Beschäftigten in Deutschland ist das ein gewaltiger Schlag.

 

Schon im April 2026 hatte Porsche die „freiwillige Sonderzahlung" für das Geschäftsjahr 2025 komplett gestrichen. Nach Jahren mit Prämien von bis zu 9.690 Euro (2023) bzw. 5.250 Euro (2024) geht die Belegschaft leer aus. Zusammen mit dem massiven Stellenabbau und dem geplanten Streichen übertariflicher Zulagen bedeutet das eine erhebliche Verschärfung der Ausbeutung. Das verbindet sich mit der verschärften Ausbeutung durch den Staat, Inflation usw.

 

Im Gegenzug bietet der Vorstand eine Verlängerung der Beschäftigungssicherung bis zum 31. Dezember 2035 an (bisher Mitte 2030). Betriebsbedingte Kündigungen wären damit formal ausgeschlossen. Das ist einerseits ein Zugeständnis an die Kampfbereitschaft der Belegschaft, die in den vergangenen Monaten bereits Proteste organisiert hat.Es sind auch ganz andere Töne, als Blume von VW (zu dem Konzern gehört Porsche ja) vor den Protesten und Streiks vorletzte Woche verwendet hatte, seiner Drohungen mit Werksschließungen usw.

 

Andererseits bleibt es ein Trick. Solche „Garantien" sind in der Krise erfahrungsgemäß wenig wert, sobald der Konzern sie für überflüssig hält. Der Abbau über Abfindungen, Altersteilzeit und „sozialverträgliche" Maßnahmen läuft weiter – und wird massiv ausgeweitet. Jeder wegfallende Arbeitsplatz fehlt aber der Jugend.

 

Eine Einigung mit dem Betriebsrat und der IG Metall liegt noch nicht vor. Die Belegschaft soll in den kommenden Tagen auf Betriebsversammlungen informiert werden. Dieses Paket ist Erpressung. Es tauscht massiven Stellenabbau und Einkommensverlust gegen eine befristete Zusage, deren Wert ungewiss ist. Der Konzern setzt auf Druck, Betrug, kleinere Zugeständnisse und Angst. Reale Mitbestimmung findet nicht im Aufsichtsrat und nicht am Verhandlungstisch statt, sondern durch den Kampf der Belegschaft – durch Streik.