Stuttgart
„Mitbestimmung durch Streik" – Zweite Pausenversammlung Mercedes Untertürkheim
Wie vor zwei Wochen beschlossen*, führten Kollegen der Produktion erneut ihre Versammlung durch. Es kamen diesmal hauptsächlich Kollegen, die das letzte Mal nicht dabei waren.
Mercedes-Chef Källenius hat am Montag verkündet: „Wir brauchen eine Produktivitätsoffensive für Deutschland und fangen bei Mercedes an." Damit geht es nicht um eine konzerninterne Auseinandersetzung.
Die Merz-/Klingbeil-Regierung, VW und Mercedes sind die Vorreiter des Generalangriffs auf die Arbeiter und die Massen. Immer mehr wird klar, das ist eine Auseinandersetzung von neuer Dimension. Mehrere Abteilungen berichteten, dass sie besprochen haben, für einen mehrwöchigen Streik bereit zu sein. „Produktivitätsoffensive bedeutet, dass weniger Kollegen mehr arbeiten sollen. Das ist für uns inakzeptabel", so ein Kollege. „Gegen die Produktivitätsoffensive hilft nur die Arbeiteroffensive" konterte ein anderer Kollege.
Es wurde bekannt, dass beim bundesweiten Mercedes-Protesttag am 3. Juli noch mehr Kollegen die Arbeit nicht mehr aufgenommen hatten. In mehreren Hallen ruhte die Produktion über fünf Stunden. Die angedrohten Abmahnungen gegen all diese Kollegen sind vom Tisch, wurden zu einer Kollektiv-Ermahnung umgewandelt, was für Lacher sorgte. „Also haben wir alles richtig gemacht."
Die Versammlung war kleiner als die letzte, weil die wechselnde Besetzung in der Urlaubszeit die Organisierung erschwert und noch zu wenig Kollegen aktive Träger der selbständigen Initiative sind. Die Fehler dabei wurden kollegial besprochen. Denn das Potenzial ist deutlich, dass alle eine Riesenwut haben und härtere Kampfmaßnahmen wünschen. Begrüßt wird, dass die IG Metall einen bundesweiten und branchenübergreifenden Protesttag am 21. September vorbereitet. „Endlich mal während der Arbeitszeit, wo es den Managern auch wehtut," kommentierte ein Kollege.
* Siehe auch: Mercedes-Kollegen beschließen Streikvorbereitung