Aus der Kollegenzeitung „Die Stoßstange“

Aus der Kollegenzeitung „Die Stoßstange“

Mitbestimmung durch Streik! Sind wir bereit, es selbst in die Hand zu nehmen?

Rote Fahne News dokumentiert den Artikel "Mitbestimmung durch Streik! Sind wir bereit, es selbst in die Hand zu nehmen?" aus der aktuellen Ausgabe der Zeitung von Kolleginnen und Kollegen für Kolleginnen und Kollegen bei Mercedes-Benz und Daimler Truck, „Die Stoßstange“.

Klar ist, dass der Generalangriff von VW und Mercedes-Benz eine Antwort braucht. VW will 120.000 Arbeitsplätze weltweit vernichten und in Deutschland fünf Werke schließen bzw. abstoßen: Audi Neckarsulm, VW Emden, Zwickau, Hannover - Osnabrück soll an einen Rüstungskonzern.

 

Mercedes-Benz will das T-Geld bzw. den Trafobaustein (jährliche tarifliche Sonderzahlung, wie das Urlaubsgeld) nicht ausbezahlen. Dazu droht der Vorstand mit der 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich. Mercedes-Benz verfolgt wie VW Pläne zu Werksschließungen und Arbeitsplatzvernichtung, auch wenn diese in den Medien nicht so breit bekannt sind. Das Werk in Südafrika soll geschlossen werden, ebenfalls die Produktion der G-Klasse in Graz in Österreich. Kölleda in Thüringen steht auf der Abschussliste und Ludwigsfelde soll auch an einen Rüstungskonzern verscherbelt werden. Es gibt Pläne, die E-Klasse aus Sindelfingen zu verlagern. Der Elektro-Sprinter-Kastenwagen wird von Düsseldorf nach Jawor verlegt. Obendrauf sollen wir bei der Hitze noch fröhlich schneller arbeiten.

 

Gleichzeitig attackiert die Regierung unsere sozialen Rechte, Rente, im Gesundheitswesen und bläst zur Jagd auf Kranke! Dafür sollen wir uns mit dem Kanzler Merz „freuen“, dass das Zündeln für einen Dritten Weltkrieg mehr Rüstungsaufträge für Deutschland abwirft. Die haben sie wohl nicht mehr alle! Während die Spritpreise weiter durch die Decke gehen!

 

In allen VW- und Mercedes-Werken wird „Streik“ gegen die Pläne zum Thema. Aktionen bei Audi Neckarsulm, VW Wolfsburg, Emden, Zwickau und bei Mercedes Sindelfingen, Stuttgart, Bremen, Düsseldorf, Marienfelde und vielen anderen zeigen: Die Arbeiter sind „Bundesweit Streikbereit!“

 

Die gewerkschaftlichen und selbstständigen kämpferischen Aktionen erfüllen uns mit Stolz und stärken das Selbstbewusstsein der Arbeiter als Klasse – sie waren aber erst der Anfang! Die Herrschenden hoffen, sie könnten tun, was sie wollen. Sie wollen sein wie Trump und durch einen Anruf einfach die Regeln brechen und eine Rote Karte umgehen. Da haben sie sich aber bei uns verrechnet.

 

In allen VW- und Mercedes-Werken ist „Streik“ gegen die Pläne Thema. Die gewerkschaftlichen und selbständigen kämpferischen Aktionen erfüllen uns mit Stolz und stärken unser Selbstbewusstsein als Arbeiterklasse.

 

Sie können aber nur ein Anfang sein! Oder wer glaubt, dass durch ein paar kämpferische Reden am Werkstor Konzerne und ihr Staat wieder einen Rückzieher machen? Die Losung „Mitbestimmung durch Streik!“ kommt bei den meisten Kollegen gut an. Oft kommt aber die Reaktion: „Ich bin dafür, aber der Betriebsrat oder die Gewerkschaft muss das jetzt in die Hand nehmen.“ Da es in Deutschland aber ein nur sehr beschränktes Streikrecht gibt, dürfen unsere IG Metall und der Betriebsrat gerade gar nicht dazu aufrufen. Darum braucht es auch den selbständigen Streik. Die Konzerne versuchen, dies mit Druck und Repression zu verhindern. Unsere Antwort darauf: breiteste Solidarität!

 

Wir müssen es jetzt selbst in die Hand nehmen. Es wird keiner für uns tun. Oder sollen wir jetzt klein beigeben, weil „mit Verzicht Schlimmeres verhindert werden könnte“? Wir sind doch nicht die Esel der Nation, die mit der schrumpeligen Karotte vor der Nase den Mühlstein bewegen und die Karotte doch nie bekommen.

 

Wir haben einen erfolgreichen Anfang gemacht. Die „Stoßstange“ schlägt ein Forderungsprogramm vor. Beratet das in allen Abteilungen und werdet dafür aktiv. Stärkt die „Stoßstange“ und macht mit!

Vorschlag der „Stoßstange“ für ein Forderungsprogramm:
Schluss mit Halbwahrheiten: Wir gehen in die Offensive!

  • Wir gehen gegen den Generalangriff von Monopolen und Regierung in die Offensive!
  • Mitbestimmung durch Streik!
  • Die Pläne des VW-Vorstands müssen vollständig vom Tisch!
  • Der Trafobaustein bei Mercedes muss vollständig mit dem Juli-Lohn ausbezahlt werden!
  • Homeoffice bleibt im Rahmen möglich!
  • Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz!
  • Festeinstellung aller Leiharbeiter!
  • Keine Werksschließungen – weder in Südafrika, Graz, Kölleda oder sonstwo!
  • Die E-Klasse bleibt in Sindelfingen!
  • Kriegsproduktion ist keine Alternative!
  • Die Sprinter-Pritsche bleibt in Ludwigsfelde und der Kastenwagen in Düsseldorf!
  • Über 40-Stunden-Woche wird nicht verhandelt!
  • Wir fordern 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!
  • Die „Reformen“ der Regierung machen wir nicht mit – für die volle Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge durch die Kapitalisten!
  • Schluss mit Repressionen, keine Abmahnungen und Entgeltabzug!
  • Für ein vollständiges und allseitiges gesetzliches Streikrecht!
  • Sofortmaßnahme gegen Hitze: ab 30 °C zusätzlich 10 Minuten Trinkpause pro Stunde!
  • Zur Dämpfung der globalen Klimakatastrophe: klimatisierte Umrüstung aller Produktionshallen mit erneuerbaren Energien auf Kosten der Mercedes-Gewinne!
  • Kampf der Inflation: für einen Lohnnachschlag von 500 € pro Monat!
  • Gegen die Gängelung der Auszubildenden: unbefristete Übernahme entsprechend ihrer Ausbildung!