Fußball-Weltmeisterschaft 2026
Hochklassige und spannende Spiele - trotz FIFA-Diktat
Spanien gewinnt völlig verdient die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer, die gestern nach fünf Wochen zu Ende ging.
Und als vorläufiges Fazit lässt sich feststellen: Die meisten der insgesamt 104 Begegnungen boten hochklassigen Fußball mit überraschenden Wendungen und dramatisch engen Entscheidungen. Superstürmer wie Mbappé, Kane, Messi oder Harland sorgten mit sensationellen Toren zwar oft für die Entscheidung. Insgesamt allerdings setzte sich die beste Teamleistung gepaart mit einer unerschütterlichen Kampfmoral und einer hohen taktischen Diszipliniertheit durch. Dafür steht das spanische Team, das gestern knapp, aber verdient Argentinien in der Verlängerung mit 1:0 besiegte.
"Ich bin stolz auf diese Mannschaft, diese Fußball-Generation und das, was wir geleistet haben. Das Finale war ein positives Beispiel für Teamarbeit", bewertete Spaniens Trainer Luis de la Fuente den Sieg seiner Mannschaft. Argentinien dagegen hatte noch bis zur 115. Minute gar keinen Schuss aufs gegnerische Tor abgegeben. Das Team um Messi beschränkte sich aufs Reagieren, stand tief in der eigenen Hälfte und hoffte auf Umschaltmomente, die sich aber nicht ergaben. So entwickelte sich ein spielerisch enttäuschendes, zweikampfintensives, von der Taktik geprägtes Spiel mit zahlreichen Fehlpässen und Ballverlusten. In der zweiten Hälfte der Verlängerung schoss schließlich der eingewechselte Ferran Torres Spanien zum Sieg.
Insgesamt hat sich bei dieser WM das spielerische Niveau erhöht trotz mancher Befürchtung, mit 48 teilnehmenden Nationen werde die Qualität schlechter werden. Kantersiege wie Deutschlands 7:1 gegen Curacao waren die Ausnahme. „Außenseiter“ wie Kap Verde, Ghana oder Ägypten brachten Favoriten wie Argentinien an den Rand der Niederlage. So könnten sich inzwischen auch afrikanische und südamerikanische Nationalteams mittlerweile auch in den europäischen Profiligen behaupten. Und überhaupt: Zu den inoffiziellen Gewinnern dieser WM können sich zweifelsohne die Teams aus Afrika zählen, die bei Fußballfreunden wie Experten für große Begeisterung sorgten. Neun zehn teilnehmenden Teams erreichten immerhin die K.O.-Runde. Afrika hat damit als einzige Region im Vergleich zu den stagnierenden Verbänden Nord- und Südamerikas zu den dominierenden europäischen Mannschaften aufgeschlossen. Wer erinnert sich nicht gern an den WM-Neuling Kap Verde?! Das ist auch Ausdruck der enorm gewachsenen Internationalisierung im Fußball, wo inzwischen viele Spieler und Trainer in ausländischen Profiligen Erfahrungen sammeln. So gibt es kaum mehr Unterschiede zwischen den Teams, was Formation und Spielsystem angeht.
Ganz im Gegensatz dazu steht die FIFA, deren Organisation und Politik inzwischen bei vielen Fußballfans weltweit auf rigorose Ablehnung und Protest stoßen. Ihr Reibach hat sich bei dieser WM im Vergleich zur letzten auf 15 Milliarden Dollar verdreifacht. Die zurückgezogene rote Karte für den US-Nationalspieler Folarin Balogun ist der bisher offensichtlichste Ausdruck des Charakters der Fifa. Natürlich kann man sich freuen, dass Trump trotz offener Einflussnahme auf Infantino nicht sein unsägliches „USA first“ wiederholen konnte. Dieser skandalöse Vorgang verrät vielmehr das ganze Lügengebäude der FIFA. Politische Äußerungen wie die des ägyptischen Trainers Hossam Hassan gegen den Völkermord in Gaza und für die Solidarität mit den Palästinensern bekommen von der FIFA die rote Karte. Kriegslüsternen Aggressoren wie dem Faschisten Trump wurden mit der WM eine Riesenbühne für ihre völkerfeindliche Politik bereitgestellt. Für eine wachsende Zahl von Fans ist gerade auch deshalb das System „FIFA“ ist längst überholt, genau so wie deren Planung und Durchführung von Weltmeisterschaften wie dieser. Für Sportler und Umwelt war es eine Riesenbelastung, zwischen den Spielen jeweils tausende Kilometer zurücklegen zu müssen.
Nicht nur auf dem Rasen, auch hinter den Kulissen gab es wunderbare Momente. Es gab viel Solidarität zwischen Spielern gegnerischer Mannschaften wie Haaland und Bellingham. Der Fußballverband von Norwegen und Haaland spenden die gesamten Einnahmen aus dem Ticket-Verkauf für das Qualifikationsspiel gegen Israel im letzten Herbst. Norwegen hat das Spiel 5:0 gewonnen.