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Gaza – zur humanitären Situation und den Möglichkeiten der medizinischen Hilfe

Zu diesem Thema fand am 23. Juli eine Veranstaltung in der Universität Köln statt. Eingeladen hatten: die IPPNW, medico international, Care (und Vereinigung der humanitären NGOs Deutschlands) und Re-move Kids.

Von Dr. Willi Mast
Gaza – zur humanitären Situation und den Möglichkeiten der medizinischen Hilfe
Die Verteilung von Hilfsgütern ist durch die andauernde Blockade erheblich erschwert (Foto: UF)

Die Veranstaltung war mit ca. 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gut besucht - ein Erfolg gegenüber den Kräften, die auch in Köln jede Veranstaltung und Aktivität zur Palästina-Solidarität als antisemitisch diffamieren und unterdrücken wollen.

 

In den Beträgen der Organisatoren wurde das Ausmaß des Völkermords deutlich, der sich vor den Augen der Weltöffentlichkeit abspielt: die systematische Zerstörung der Infrastruktur - Strom, Wasser, Treibstoffe - und der medizinischer Einrichtungen in Gaza, die Inhaftierung und Ermordung von Ärzten und medizinischen Fachkräften, der Boykott von medizinischen Hilfslieferungen, das Zusammenpferchen auf engstem Raum und das Aushungern der Bevölkerung. All das wurde anhand von Bildern, Daten und persönlichen Berichten deutlich, insbesondere der Ärzte, die über eigene Erfahrungen und die zahlreichen Ermordeten aus ihren Familien berichteten.

 

Die Aktivitäten von Hilfsorganisationen wie medico international wurden inzwischen weitgehend unterbunden durch die Netanjahu-Regierung. Lebensnotwendige Medikamente, Geräte und Hilfsmittel werden blockiert. Mehr als 20 000 schwer Erkrankten und Verletzten, ein großer Teil davon Kinder, wird die Ausreise und Verlegung in Kliniken außerhalb von Gaza verweigert. Alles unter dem Vorwand, „den Hamas-Terror zu bekämpfen“. Unter diesen Bedingungen weiterhin medizinische Hilfe zu leisten, ist ein Ausdruck tiefster Humanität. Das sollte diejenigen beschämen, die heute noch zu dem Genozid schweigen oder ihn sogar noch mit Waffen unterstützen.

 

Über die Solidaritätsbewegung mit Dr. Abu Safiye wurde berichtet - ein palästinensischer Arzt, der seit 18 Monaten ohne Grund und Anklage inhaftiert ist. Über eine Initiative in verschiedenen deutschen Städten, schwer verletzte Kinder zur Behandlung hier aufzunehmen, auch mit der Unterstützung von Bürgermeistern einiger Städte wie Marburg.

 

Welche Möglichkeit gibt es überhaupt noch, medizinische Hilfe zu leisten? In der Diskussion wurde der Solidaritätspakt mit Al Awda vorgestellt und die Spendenkampagne zur Soforthilfe und zum Wiederaufbau eines Krankenhauses. Mit vielfältigen Aktivitäten wurden inzwischen 600 000 Euro gesammelt. Wichtig ist die Verbindung mit der Öffentlichkeitsarbeit, um den politischen Druck zu erhöhen, auch auf die deutsche Regierung. „Die wissen alle sehr wohl, was sich in Gaza abspielt“, berichtet eine NGO-Aktivistin, „aber sie sagen und machen nichts."

 

Mehrere Initiativen wurden vorgestellt, auch ein Aufruf von Medizin-Studenten aus Nablus/Palästina und der medizinischen Fachschaft der Uni Köln. Viel Beifall erhielt der Beitrag einer Journalistin, die auf die UN-Charta für Menschenrechte und auf das internationale Recht zum Umgang mit Kriegsverbrechern verwies und die Mitverantwortung der deutschen Regierung anprangerte.

 

„Free, free Palestine“ am Ende der Veranstaltung – ein Ausdruck der gemeinsame Überzeugung: Die Menschlichkeit und die internationale Solidarität werden am Ende stärker sein als die menschenverachtende imperialistische Gewalt.

 

Einzelne pro-israelische Aktivisten zogen es an diesem Abend vor, lieber zu schweigen...